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Die Erkerstübchen : eine Erzählung : vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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genug hatte, um ſich umzuſehen,„wem in aller Welt

gehört das große Haus, das hiex aufgekommen iſt, ſeitdem wir weggezogen?“

„Es gehört unſerm kleinen Ingenieur,“ ſagte der Nathsherr lächelnd,„aber er iſt, wie ich bereits er⸗

wähnt zu haben glaube, gegenwärtig noch auf der

Reiſe.“

Marie Luiſe warf einen Blick auf das prächtige Gebäude und unterdrückte einen Seufzer.

Bald lag ſie jedochzitternd von den tauſend verſchiede⸗ nen Gefühlen, die ſie beſtürmten, an dem warmen Herz des alten Utter. Dort war ihr ſo wohl, dort fühlte ſie ſich daheim. Die alte Frau ſah ihr gar zärtlich in's Auge und ſagte:„Willkommen, Herzenskind! ich ſage recht und ſchlecht Du.“

Maarie Luiſe drückte ihre Lippen auf die Hand der geachteten Freundin, und ſtammelte Worte ohne Sinn; ſie vermochte nicht zu ſprechen.

Aber bald mußte ſie ſprechen und Antwort geben,

denn obſchon die Rathsherrin gehofft hatte, daß man

ſo viel Zartgefühl haben werde, um den erſten Abend in ungeſtörter Ruhe vorübergehen zu laſſen, ſo täuſchte ſie ſich doch hierin. Innerhalb einer halben Stunde hatte der alte Utter beinahe die Frauen der halben Stadt bei ſich auf Beſuch. Man konnte eine ſo glück⸗ liche Gelegenheit nicht vorübergehen laſſen, um ſie zu ſehen und ſogleich ſagen zu konnen:„Seien ſie wie⸗ der bei uns willkommen, Frau v. Wallden! Wir ſind Gott ſei Dank nicht von der Gattung, die Einen den Wechſel der Glücksumſtände empfinden läßt,“ oder „wir find, Gott ſei Dank, zu ſehr über Kleinigkeiten erhaben, um das im Gedächtniſſe zu bewahren, deſſen Auffriſchung jetzt unrecht wäre u. ſ. w.“ Aber gewiß war es unangenehm, daß man ſich in einem weſentli⸗

chen Punkte verrechnet hatte; man hatte nämlich be⸗

ſtimmt darauf gezählt, Marie Luiſe in einem alten, kurzen und engen Bombaſſinkleide, mit einem dünnen,

/ nicht

meiſte ſich in zug.

kleid

änder