lten mit ſich zu dem ſchwachen Feuer im Schlafzim⸗
mer zog, wo jedoch jetzt kein Bett mehr ſtand, denn es war am Tag nach dem Begräbniß ausgepfändet und fortgenommen worden,„Worte vermögen nicht auszudrücken, was ich über dieſe unbeſchreibliche Güte empfinde, mein alter lieber Rathsherr Utter— Mama, Mama!“ 3
Frau N. kam ſchnell aus dem andern Zimmer und noch einmal öffnete der Alte ſeine Arme. Er hatte ſich noch nie ſo reich und mächtg gefühlt, er wünſchte nur, daß die Mutter dieſe Herzensfreude ein wenig mitgenießen könnte.
Wir übergehen die Geſpräche, die nun folgten, ſowie die dankbare Freude der Frauen, als ſie erfuh⸗ ren, daß nicht nur der Rathsherr gekommen ſei, um ſie abzuholen, ſondern auch die Stadtbewohner, alle kleinen Aergerniſſe vergeſſend, bereit ſeien, ihre alten Freunde liebevoll aufzunehmen.
Vor Allem freute ſich jedoch Marie Luiſe, wieder in ihren geliebten Dacherker ziehen zu dürfen, dort, wo ſie ſo viele glückliche Tage verlebt hatte, würde ihrer vielleicht noch der Friede warten.
Zwei Tage nachher waren die beiden Bewohne⸗ rinnen der einſamen Wohnſtelle bereit, die Heimath zu verlaſſen, wo ſie ihr letztes langes Jahr verlebt hatten. Was fühlte nicht Marie Luiſe, als ſie zum letzten Mal die Schwelle überſchritt, als ſie zum letzten Mal die Thüre der Wohnung hinter ſich ſchließen hörte, von welcher ſie die Leichen ihres Kindes und ihres Gatten hatte hinaustragen ſehen.
Die ganze Stadt war an dem Tag in Bewegung, als die Gnädigen im Dacherker nach einer fünfthalbjäh⸗ rigen Entfernung zurückkamen, um noch einmal Schutz in der Stadt zu ſuchen.
Der Schlitten hielt vor dem Haus des Raths⸗ herrn Utter.
„Ach!“ rief Frau N., die trotz der Thränen Faſſung


