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Die Erkerstübchen : eine Erzählung : vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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der Alte in der Pelztaſche warm halten ſollte, ab, um das Geſchäft zu vollführen, wozu ihn ſein redliches Herz aufforderte

Der Rathsherr war ſo gut eingepelzt, daß die Luft nur hie und da ſeiner Naſe einen flüchtigen Beſuch ma⸗ chen konnte, und ſo bekam ihm die Farth ungemein gut, da auch eine gute Bahn und gutes Wetter ſie be⸗ günſtigte. Aber er begann ſich ein wenig vorſichtig umzuſehen, als er, beim Lichte eines hellen Mondſcheins, ziemlich ſpät am Abend in den großen finſtern Wald fuhr, in deſſen inneren Revieren die kleine Wohn⸗ ſtelle lag.

„Hier oben war es,“ ſagte der Fuhrmann, indem er auf einen dichtverwachſenen Fußpfad deutete,„wo das Unglück mit dem Lieutenant geſchah’“ Der Alte ſchauderte und warf nur einen halben Blick nach der bezeichneten Stelle.„Wie leben die armen Frauenzim⸗ mer jetzt?“ fragte er.

„O es geht immerhin knapp genug mit ihnen, fürchte ich, und es würde gewiß noch knapper gegan⸗ gen ſein, wenn ſie nicht von den Herrenhöfen Allerlei geſchickt bekommen hätten.“

„So, ſie haben Etwas geſchickt bekommen?“

„Ja wohl! Von Kronby kam eine ganze Fuhr zum Begräbniß, und von manchen andern Orten hat man ihnen auch geſchickt. Denn ſehen Sie, obſchon dieſe vornehmen Herrſchaften den Lieutenant nicht ken⸗ nen wollten, ſeitdem er in die große Lüderlichkeit ge⸗ rathen war— und darüber darf man ſich nicht ſehr wundern, denn ſogar ein ehrlicher Bauer konnte ſich da⸗ vor zurückziehen, wenn er recht im Zuge war— ſowar doch ſeine Frau immer ſehr gut angeſchrieben. Man weiß übrigens, wie es ſchmeckt, Gnadengeſchenke von ſolchen annehmen zu müſſen, die früher unſeres Gleichen waren. Doch die armen Weibhsleute haben jetzt allen Stolz einſtecken müſſen.“