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Die Erkerstübchen : eine Erzählung : vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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„O das Letztere wird nicht ſo viel Mühe machen! Herr Gott! wenn ich nur eine Perſon wüßte, die wir hinſchicken könnten, und die ihnen helfen könnte, Alles in Ordnung zu bringen.“

„Eine Perſon— hm! Nun, Mutter, ich denke, ich bin ſelbſt die beſte Perſon, die dahin fahren könnte! Es iſt zwar ſieben oder acht Jahre, daß ich nicht mehr auf Reiſen war, aber ſo eine kleine Tour, eine Tag⸗ reiſe, kann mir nichts ſchaden, ſondern nur ſehr nützlich ſein. Und wenn ich bedenke, welche Freude es den armen Weibern machen wird, wenn ſie ſehen, daß alte Bekannte ſich ihrer noch erinnern, ſo werde ich wieder jung. Geſagt, gethan, Mutter! Wir werden morgen den Wolfspelz hervorſuchen und den Schneider kommen laſſen, daß er darnach ſehe, der Schuhmacher ſoll auch meins Ueberſtiefel herrichten, die im Schrank verſchim⸗ meln.“ „Ach, mein Alter, ich wage es nicht, Dich fort zu laſſen! Ich fürchte, Du erfrierſt.“

„Ach, Geſchwätz, Mutter,“ verſetzte der Rathsher ärgerlich,„als ob ich ſo ein abgelebter Baumſtumpf wäre, der weder Wetter noch Wind ertragen könnte! Ueberdieß,“ ſetzte er, von dem ängſtlichen Ausdruck im Auge der Mutter bewegt hinzu,„kannſt Du ganz ruhig ſein. Die ſchönen Wollhandſchuhe, die Du mir zu Weihnachten gabſt, werden mich ſchon ſchützen! Laß ſehen— wie bald werde ich fertig ſein? Nun, morgen ſetze ich den Kontrakt mit der Leanderin auf und über⸗ morgen oder ſpäteſtens am Mittwoch mache ich mich mit den Documenten auf den Weg, um meine ver⸗ lorene Dame aufzuſuchen, wie es in den Romanbüchern von den Rittern ſteht.“

Die Alte mußte den ritterlichen Geſinnungen des Nathsherrn nachgeben. Und am Mittwoch Morgen reiste er, begleitet von den Grüßen und Einladungen der ganzen Stadt, und vor Allem von der Mutter mit einem großen Speiſeſack und Glühwein verſehen, den⸗