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ſie denn leben?“ fragte die Bürgermeiſterin;„ſie hat allerdings früher einmal arm hier gelebt, aber erinnern Sie ſich, meine Herrſchaften, daß ſie damals die Ba⸗ ronin von Segerſtad hatte, welche ſie unterſtützte! Und Niemand wird wohl denken können, daß wir ſie unter⸗ halten ſollen, weil der verlumpte Lieutenant zufällig mit dem Vetter meines Mannes weitläufig verwandt war.“ „So meinte ich es gewiß nicht! Marie Luiſe kann noch arbeiten wie früher, und warum ſollte es ihr denn an Arbeit vom Lande und von der Stadt fehlen? — Gewiß wird ſie um billigen Preis nähen und mit Vergnügen die Geſchäfte annehmen, die ihr dargeboten werden.“
„Vielleicht,“ ſagte die kleine Pfarrerin verächtlich, verneuert jetzt der Ingenieur Williamsſon ſeinen An⸗ trag.“ Die Doktorin ſchlug ein lautes Gelächter auf, ſo ſpaßhaft kam ihr dieſe Bemerkung vor; aber die Bür⸗ germeiſterin ſagte ernſt:„Es iſt beinahe ein wenig boshaft, meine Damen, daß Sie ſo ſcherzen. Wir ſehen wohl Alle ein, daß ein Mann in Ingenieur Williams⸗ ſons glücklicher Lage und von einem ſolchen Charakter, wie er, ſie jetzt nicht mehr in Verlegenheit ſetzen wird.“
Die Rathsherrin, der daran gelegen war, dieſen Gegenſtand ſchnell abzubrechen, drängte ſie zu einem Ausſpruch über ihren Vorſchlag.
Man ſchwieg, man überlegte. Es müßte ſehr hübſch ſein, zu der gnädigen Frau von Malkolmsnäs zu gehen, oder vielmehr ſie zu ſich kommen zu laſſen, und dann, indem man ihr gnädig mit der Hand zu⸗ winkte, daß ſie an der Uhr oder am Ofen Platz nehmen möge, zu ihr ſagen zu dürfen:„Ich habe nach dem Frauchen geſchickt, um zu hören, ob ſie dieſe Kleider für den kleinen Alfred nähen kann.“ O, das wäre ein Triumph, ganz würdig einer Kleinſtadt.
„Ich denke,“ ſagte die Pfarrerin, die ſtets zuerſt


