ken hinein gerathen war, als ich hätte handeln ſollen. Ich wollte eine Dame auffordern, man kam mir aber uvor.“
4„Und damit war die Tanzluſt zu Ende?“ bemerkte die Rathsherrin, während Marie Luiſe eine Bandroſe zu befeſtigen ſuchte, die nicht die geringſte Abſicht ge⸗ habt hatte, ihr Ballkleid zu verlaſſen.
„Nicht eben zu Ende, aber da ich mich doch mit Etwas unterhalten mußte, ſo wollte ich das Glück in einer andern Richtung verſuchen. Es war mir jedoch auch dort nicht günſtig, deßhalb verließ ich es.“
„So— Sie haben alſo verloren 2„
„Ich gab mein Lehrgeld und habe die Entdeckung gemacht, daß ich es nie zum Meiſter bringen werde.“
„Iſt das nicht rühmenswerth Fräulein Marie Luiſe?“— wandte ſich die Alte zum Fräulein—„das Spiel zu ſchließen, wenn man Unglück hat? Ich weiß Viele, die dadurch gereizt wurden und ſich einen Erſatz ertrotzen wollten, anſtatt ſich klugerweiſe mit dem er⸗ haltenen Denkzettel zu begnügen.“
„Um in dieſem Grade unvernünftig zu ſein,“ meinte Marie Luiſe,„muß man wohl eine ſtärkere Leidenſchaft zum Spiel haben.“
„Ich glaube nicht, daß das nothwendig iſt,“ ver⸗ ſetzte William,„denn ohne daß man die geringſte Nei⸗ gung zum Spiele beſitzt, kann der Aerger über den Verluſt, die Begierde erzeugen, das Verlorne wieder zu gewinnen, und dieſe ſich bei fortdauerndem Unglück allmälig bis zur Leidenſchaft ſteigern— und in dieſem Fall vereinige ich mich mit der Frau Rathsherrin.“
„Der Herr Ingenieur,“ lächelte Marie Luiſe, „rühmt ſich alſo ſelbſt ſeines großen Sieges.“
„Ja, warum nicht? Er war auch nicht ſo ganz ohne ſeine Schwierigkeiten. Aber da er jetzt errungen iſt, ſo will ich es mir zum Grundſatz machen, mich nie mehr an einen Spieltiſch zu ſetzen, außer wenn ich von der Geſellſchaft dazu genöthigtwerde oder— aus Neigung.


