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füllung. Jetzt aber vergaß er den Beſuch ſowohl als den Beſucher, denn ſeine Seele war von ganz andern Eindrücken erfüllt, und da dieſe allmälig eine beſtimm⸗ tere Farbe annahmen, ſo war er ununterbrochen zu Hauſe beſchäftigt und gab nur ſolchen Einladungen Folge, wo er die junge Bewohnerin des Erkerſtübchens zu treffen hoffte. Erfuhr er durch ein feines Spionir⸗ ſyſtem, daß ſie nicht kommen würde, ſo war er ſo mit Geſchäften überhäuft, daß zehn Boten ſeinen Vorſatz nicht erſchüttern noch ihn von ſeinem Platze am Schreib⸗ tiſche wegbringen konnten, an den ihn ein angenehmer Mangnetismus gefeſſelt hielt.
Es würde indeſſen der Wahrheit widerſtreiten, wenn wir damit andeuten wollten, daß er unthätig und träumeriſch da geſeſſen ſei, und nur Schattenſpiele beſchaut habe. Hie und da that er dieß allerdings, aber den größten Theil des Tages über fühlte er ſeine ganze frühere Arbeitsfähigkeit zurückgekehrt. Es war ihm ſo wohl, in ihrer Nähe arbeiten zu können, die ſelbſt ums Brod zu arbeiten genöthigt war. Das neue Jahr hatte noch nicht die ungleiche Erbſchaft des Men⸗ ſchen in künftigen Trauer⸗ und Freudentagen ausgetheilt, als William ſich bereits mit dem Gedanken trug, daß es ihm nicht ſonderlich ſchwer fallen würde, für ſie beide zu arbeiten.
Vielleicht hatte er ſchon von Anfang den Samen des Gefühls in ſich aufgenommen, das dieſen Gedan⸗ ken erzeugte. Gewiß aber iſt es, daß derſelbe zwei volle Monate brauchte, um Wurzel zu ſchlagen und zur Blume aufzuſchießen, wozu vornehmlich die vielen Kartenlectionen beitrugen. Marie Luiſe wurde jedoch bald ſo geſchickt, daß ſie den Beiſtand entbehren konnte. Aber da William einmal daran gewöhnt war, hinüber zu ſpringen und ſie über dieſes und jenes zu belehren, ſo ließ er dieſe gute Gewohnheit nicht abkommen, ſon⸗ dern nahm ſich die Freiheit, entweder hinter dem Stuhl


