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Die Erkerstübchen : eine Erzählung : vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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machten und der Bruder— ich ſage es offen, dazu erfordert es Geiſt— an meinem wachſamen Zollhaus den guten Freund vorbei ſchmuggeln konnte, der nach⸗ her durch Carl Schiffbruch litt.“

„Nun, ja, ich wurde aber auch dafür geſtraft! Meine Abſicht war jedoch gut, ich wollte ſo damit haushalten, daß es zu einer kleinen Aufmunterung für die folgenden Tage reichen ſollte— doch entſchuldigen Sie, beſter Onkel, ich muß zu meinem Leidweſen ſo aufrichtig ſein und bemerken, daß ich für den Augen⸗ blick ſo ſehr mit Geſchäften überhäuft bin—“

„Thut nichts! Bruder Jansſon ſoll ſich nicht geniren, denn ich kann mich im Nothfall ſelbſt unter⸗ halten— aber ſieh da, welch' ein hübſches, junges Frauenzimmer am Fenſter da gegenüber! Das will ich doch näher in Augenſchein nehmen.“

„Unmöglich, das geht nicht an!“ Und eben als ſich Pellanders roſiges Geſicht an die Scheibe feſtzu⸗ ſetzen ſuchte, zog William die Jalouſien zu. Vielleicht war dieſe Bewegung, die ohne Ueberlegung geſchah, nicht ſehr klug, denn gewiß war es, daß ſowohl Pel⸗ landers Phyſtognomie als das ſchnelle Manöver von den Nachbarn bemerkt wurde.

Der Aufenthalt des Advokaten in der Stadt dauerte nur bis über den andern Tag. Und als William ihn zum letzten Mal ſagen hörte:„Lebe wohl, Herzens⸗Bruder Jansſon!“ da fühlte er eine Erleich⸗ terung im Herzen, die er kaum zu erklären wußte. Jetzt war, wie er hoffte, jede weitere Bekanntſchaft abgeſchnitten und er freute ſich hierüber um ſo mehr, als er, wenn die Umſtände ihm eine Wahl erlaubten, im Allgemeinen ſehr heikel in ſeinem Umgange war. Jetzt in'sbeſondere fürchtete er, daß Perſonen, die ihn nicht näher kennten, die Vertraulichkeit übel deuten möchten, in die er zu einem ſo zweideutigen Charakter, wie Pellander, gerathen war. 5

Williams Befürchtung ging ſpäter einmal in Er⸗