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Die Erkerstübchen : eine Erzählung : vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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und

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Da ich Euch nun geſagt habe, daß es ſchon vor Ausbruch des Ungewitters hohe Zeit war, auf die Heimfahrt bedacht zu ſein, ſo könnt Ihr Euch denken, wie es uns ging, als der Sturm— weit entfernt am zweiten oder dritten Tage abzunehmen— in einem ſolchen Grade anhielt, daß wir vor Ungeduld und Mangel faſt in Verzweiflung geriethen. Kälte und Regen, Nebel und Windesgeheul in jeder Ecke!— Es war ein Wetter, daß man Geſicht und Gehör ver⸗ lieren konnte, wenn man nur die Naſe hinaus⸗ ſtreckte.

Als letzte Reſource, um uns in der kalten und feuchten Stube, wo ich und die Meinigen nebſt Pel⸗ lander, und einem Sohn des Bauern, gemeinſchaftlich unſern Wohnſitz aufgeſchlagen hatten, zu erwärmen und zu ermuntern, hatte ich mit bewundernswürdigem Scharfſinn und nicht ohne tauſend Schwierigkeiten meine letzte Rhumflaſche glücklich gerettet. Denn wenn wir auch nicht eingefrieren oder eine neue Robinſonade erleben ſollten, ſo konnte man doch aus dem Gang der See und allen Anzeichen voraus ſehen, daß wir in der erſten Woche nicht reiſefertig werden würden. Die Sparſamkeit war daher eine mehr als nothwen⸗ dige Tugend, da ſich zu dem Uebrigen auch noch das Mißgeſchick geſellte, daß wir ſo wenig Brennholz als möglich hatten. Onkel Pellander, die arme Seele, war ſo dünn geworden, daß ihm der Rock anderthalb Mal um den Leib ging. Sein Geſicht hatte den ſtrah⸗ lenden Glanz verloren, und trug den Stempel des tiefſten Leidens, dem er unterworfen war, ſeit er ſeine Tage ſo äußerſt nüchtern hinſchleppen mußte.

Vernunft, Geduld und Zeit! Dieſe drei vortreff⸗ lichen Lebensregeln, welche die Grundlage meines Lexi⸗ kons bildeten, waren lange mein Troſt. Aber Alles hat ſeine Grenze, auch die Zeit, wenigſtens für den Menſchen; woraus ſonnenklar folgt, daß die Geduld ſchon vorher endigt. Ich reeitirte Valerius— Du