Ingenieur,“ verſetzte Marie Luiſe;„denn ich weiß, daß eine ſolche Arbeit eine außerordentliche Genauig⸗ keit erfordert.“
„Ich würde nicht mit meiner Bitte gekommen ſein,“ fuhr William fort,„wenn ich nicht von dem Talent des Fräuleins im Zeichnen gehört und geglaubt hätte, daß es ſich mit den Karten leicht thun laſſe.“
„Dürfte ich vielleicht eine ſehen,“ fragte Marie Luiſe, die zwiſchen dem Wunſch, die Arbeit anzuneh⸗ men, und der Furcht, ſie nicht ausführen zu können, zu ſchwanken ſchien.
„Wenn Sie erlauben, ſpringe ich ſogleich hinüber und hole eine, die ich eben erſt angefangen habe.“
„Wie es dem Herrn Ingenieur beliebt— wenn Sie ſich nur keine vergebliche Mühe machen.“
„O, das fürchte ich nicht!“
William war wie der Blitz fort. Und verwun⸗ dert ſagte Frau N. zu ihrer Tochter:„Wo haſt Du denn Deine Augen gehabt, meine liebe Marie Luiſe? Iſt denn der Menſch ſchüchtern oder dummdreiſt? Es iſt ja ein ſo gebildeter und gewandter Mann, als man nur wünſchen will.“
„Ja wahrhaftig, das iſt er— und wenn ich jetzt recht darüber nachdenke, ſo hatte er wohl auch Dienſtags ſeine lichten Augenblicke, wie z. B., wenn er mit der Wirthin ſprach.“
„Da kommt er ſchon wieder zurück. Wir wollen alle Nähſachen vom Tiſche abräumen. Gott gebe, daß Du im Stande wäreſt, die Karten anzunehmen; mein
Kind, das wäre gewiß eine gute Erwerbsquelle.“
„Das hängt davon ab, wieviel Zeit die Arbeit erfordert— bezahlen wird er ſie wohl können. Darum aber bitte ich Mama von vorn herein, daß ich das Geld nicht in Empfang nehmen muß, ſondern das kann Mama thun, wenn ich nicht da bin.“
„Habe keine Furcht; ich ſehe ihm an, daß er zu


