anderem Schrot und Korn bin, als die Dummköpfe, welche ſich an ſie machen wollen.“
Gott ſei gedankt, daß wir die Eigenliebe haben. Wenn ſie hie und da viel Böſes thut, ſo thut ſie auch zuweilen viel Gutes.
„Du meinſt alſo, er ſei ein wenig linkiſch— vielleicht eines beſſeren Geſellſchafttones ungewohnt?“ fragte Frau N.
„Nein, linkiſch meinte ich nicht! Aber er ſcheint das zu ſein, was ein Mann oft wird, wenn ihm der Umgang mit gebildeten Frauen fehlt, nämlich ſchüch⸗ tern und etwas dummdreiſt zugleich.“
Immer beſſer und beſſer.
„Wenigſtens,“ fuhr William, indem er ſich über die Bettkante hinausſtreckte und nach dem Schatten⸗ ſpiel in dem nachbarlichen Erker blickte, in ſeinem
Selbſtgeſpräch fort,„wenigſtens muß ſie geſehen haben, daß ich in guter Societät lebte.“
„Erwähnte er des Abſchreibens?“ fragte die Mutter.
„Nein, ſo zart war er. Ich gab ihm jedoch ſelbſt einen paſſenden Wink darüber, und er kann daraus abnehmen, daß er mit mir ſprechen kann, wann er will.“
„Daran thateſt Du Recht! Die Abſchreiberei, die man'nach Linien berechnen darf, trägt viel ein. Viel⸗ leicht kommt er ſelbſt herüber, da er den Jungen nicht
mehr geſchickt hat.“
„Er erwähnte zwar etwas der Art, als wir uns an der Thüre trennten— aber Mama weiß ja, wie es bei uns ausſieht.“
„Wir könnten es beſſer haben, meine liebe Marie Luiſe, wenn Du nur ſelbſt wollteſt, das weiß die ganze Stadt und wahrſcheinlich er auch. Aber wie es einmal iſt, dürfen wir uns doch nicht unhöflich gegen die Leute
zeigen— vielleicht haſt Du ihn beleidigt? Ich weiß,
daß Du es hie und da nicht ſo genau nimmſt.“ „Nein, Mamachen, beleidigt konnte er ſich nicht
fühlen. Ich erinnere mich nicht mehr genau, was ich
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