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Die Erkerstübchen : eine Erzählung : vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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Ihr Garnknäul rollte ohne irgend eine Bei⸗ hülfe von Koketterie auf den Boden und als Wil⸗ liam ihn aufheben wollte, war er nahe daran, ſeine Stirne gegen die eines eben ſo dienſtfertigen Hand⸗ lungsdieners zu ſtoßen. Endlich gelang es ihm jedoch, den Knäul zu übergeben.

Es iſt ein kleines unartiges Ding, ſagte das Fräulein, indem ſie ſich bedankte, und ihren Strickbeu⸗ tel herauszog.Es iſt beſſer, wir ſchließen es ein.

William mußte wieder erröthen. Warum hatte er den Knäul nicht auf den Tiſch gelegt, anſtatt ihr denſelben hinzureichen.Sie iſt kokett, war ſeine erſte Bemerkung.Und ich ſpiele ſo ziemlich die Rolle eines Schafskopfs, die zweite.

Nach dem Abendeſſen griffen der Rathsherr Utter und der Wirth zu ihren Geigen. Sie hatten in ihrer Jugend manches Duett zuſammen geſpielt, begnügten ſich aber jetzt damit, den jungen Leuten aufs Eſſen einen Tanz aufzuſpielen.

Sie wird doch meine Hand nehmen, dachte Wil⸗ liam und ging direkt auf das Fräulein hin, und bat

ſie um die Ehre eines Walzers.

Marie Luiſe ſtand auf und legte die Fingerſpitzen

auf die ſeinigen, aber ſo leicht, daß er nur die Hand⸗

ſchuhe zu berühren meinte.

Der Walzer kann zu einem vertraulichen Tanze werden. Bei manchem hatte William früher in ſeinem warmen Muthwillen allerlei Artigkeiten in das offene

Ohr ſeiner Dame geflüſtert; hier aber wollte ihm der

alte Ton nicht recht gelingen. Wohl lag ſein Arm um den Leib des Fräuleins, wohl ſah er ihr ſchönes Geſicht von Wärme und jugendlicher Heiterkeit erröthet und

ein Paar Mal geſchah ſogar, daß ihre Locken ſo nahe

an ſeinen Locken vorüberflogen, daß er ſie hätte berüh⸗ ren können und doch in ihrem Blick lag viel

Seele, aber kein Funken von Aufmunterung. Der

Walzer begann und ſchloß, ohne daß etwas Anderes

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