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Die Erkerstübchen : eine Erzählung : vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén
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nun durch nichts mehr abhalten, zu dem Mädchen zu ſitzen. Doch ſaß ein Band an ſeiner Zunge, weßhalb er damit begann, daß er ihre auf dem Tiſche liegenden Arbeiten betrachtete.

Fräulein Marie Luiſe ſtickte ein Paar Manſchetten, die allgemein bewundert wurden.

Ich begreife nicht, wie Du ſo etwas Feines bei Licht nähen kannſt, ſagte eine von ihren näheren Be⸗ kannten.Ich meine, Deine Augen ſollten durch Dein Schreiben und Dein Muſterzeichnen gelitten haben.

O das kann ich nicht ſagen! Das Sticken greift in die Länge mehr an.

Haſt Du gegenwärtig viel zu ſchreiben?

Für den Augenblick Nichts.

Williams Blut kam in einen ſchnellern Umlauf. Sollte das etwa deßhalb geſagt ſein, um ihn, der ſich nicht weiter nach dem erſten Reſultate ſeiner Frage er⸗ kundigt hatte, wiſſen zu laſſen, daß ſeinem Begehren willfahrt werden könne? Vielleicht! Aber gewiß wäre es ganz unpaſſend geweſen, hier etwas davon zu er⸗ wähnen! Ein Gegenſtand mußte indeſſen angeſchlagen werden. Doch vermochte er die Schüchternbeit, die ihn heute beläſtigte, nur mit der größten Mühe zu über⸗ winden.

Sie ſind kürzlich von einer Reiſe zurückgekehrt,

gnädiges Fräulein?

O, ſie war nicht ſonderlich lang. Es war nur ein kleiner Ausflug zu einigen Bekannten und in dieſer Zeit hat unſere kleine Geſellſchaft ein neues Mitglied bekommen?

William verbeugte ſich; aber der Blick, den er dabei aus dem Auge des Fräuleins aufzufangen erwar⸗ tete, gleitete an ihm vorbei. Er meinte einen Schim⸗ mer von der ſchönſten Sternſchnuppe gewahrt zu haben, aber es mußte ein Irrthum geweſen ſein, denn gleich⸗ gültig blickte Marie Luiſe wieder auf ihre Arbeit hinab.