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Die Erkerstübchen : eine Erzählung : vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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Dieſes Aber konnte er ſich ſelbſt nicht klar machen, es war jedoch vorhanden und war ſogar noch da, als er an dem folgenden Abend das Vergnügen hatte, das Fräulein bei einer kleinen Geſellſchaft in einem Haus der Stadt zu treffen. Es hatte William bisher weder an Worten noch an Sicherheit gefehlt, wenn er ſich einem jungen Weibe, ſei es nun ein Mädchen oder eine Frau, nähern wollte; aber als nun Fräulein Marie Luiſe unter den ſpäteſten Gäſten, wie wenn ſie eine ganz andere Perſon wäre, als das arme Fräulein im Erker, das nur von ſeiner Hände Arbeit lebte als ſie eintrat und zur Rechten und Linken grüßte und in⸗ dem ſie bei der winkenden Wirthin Platz nahm, ihr geſtärktes helles Zitzkleid ſo zierlich ausbreitete, als ob es von Seide wäre da lag in dieſem Allem, in die⸗ ſer geraden Figur, dieſem wohlgeborenen Kopfe, in dieſer Begrüßung, ja ſogar in dem Ausbreiten des Kleides, auf deſſen äußerſter Falte ſie einen kleinen Handſchuh und ein Spitzenſacktuch ruhen ließ, etwas, das William zurückhielt, ſich zu bald zu nähern. Und hier kam es ihm zum erſten Mal ſehr kühn vor, ohne weitere Umſtände eine Bekanntſchaft zu machen. Er erröthete beinahe, als er bedachte, daß er verlangt habe, dieſes ſchöne und ohne Zweifel ſehr ſtolze Weib ſolle ſich niederſetzen, um ſeinen alten Plunder ins Reine zu ſchreiben.

Während ſich William mit einem von den Herren in eine Unterhaltung einließ, ſtellte er ſich ſo, daß er auf Fräulein Marie Luiſens Stimme lauſchen konnte, die den Damen eine Beſchreibung ihrer Reiſe und ihrer Vergnügungen auf derſelben gab, beſonders aber von der Freude erzählte, die ſie erfahren, als ſie wieder in ihre tleine Heimath und zu ihrer guten Mutter zurück⸗ gekehrt ſei.

Fraulein Marie Luiſe hat einen Nachbar bekom⸗ men, flüſterte eine von den Frauen.