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blickte ich einen Frauenzimmerarm am Fenſter gegen⸗ über, und da ich vermuthen konnte, daß dort mehr ſein werde, als ein bloßer Arm, ſo erlaubte mir meine Schamhaftigkeit nicht, meine Toilette bei aufgezogenen Vorhängen zu machen.“
Der Rathsherr lachte; aber die Rathsherrin fragte lächelnd, wie der Herr Ingenieur denn heraus gekom⸗ men ſei.
„Ja, warten Sie!“ ſtammelte William;„erſt als Carl— nein! jetzt erinnere ich mich, es waren die Frauenzimmer, welche ihre Jalouſieen wieder zu⸗ ogen.“ zon Die Alte drohte mit dem Finger.„Ja, ja, mein Herr Ingenieur! Es iſt gut, daß Sie den Carl haben, auf den Sie die Schuld abladen können! Aber im Ver⸗- trauen geſagt, dieſer feine Herr hat in verſchiedenen Beziehungen Neigung zur Nachläßigkeit. Ich ſage Ih⸗ nen, Herr Ingenieur, Sie ſind zu gut gegen ihn“
„Es iſt möglich,“ antwortete William,„daß ich ihm durch die Finger ſehe, aber er iſt auch ein gar zu herzensguter Junge. Sollte er ſich jedoch in irgend einer Hinſicht das Mißfallen der Frau Rathsherrin zugezogen haben, ſo kommt es ihm theuer zu ſtehen.“
„O nein! ich leſe ihm ſchon den Text, wenn es nothwendig iſt—— aber ſieh mal— wahrhaftig! da geht Fräulein Marie Louiſe. Sie war es alſo die geſtern Abend noch ankam!“ Die Rathsherrin begann aus allen Kräften zu nicken. Und hinter der Alten verborgen, mit den Augen über ihre Schulter zielend, erblickte William zum erſten Mal Fräulein N— ausgezeichnet hubſches Geſicht, als ſie mit einer gra⸗ ziöſen Verneigung den Gruß der Nachbarsfrau er⸗ wiederte.
„Ja, ſchön iſt ſie,“ ſagte William bei ſich ſelbſt, als er ſo daſtand, und wiederholte es ſpäter, als er ſie an demſelben Vormittag von ſeinem Fenſter aus zurück⸗ kommen ſah;„ſchön, wie Gott weiß was— aber“—


