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Die Erkerstübchen : eine Erzählung : vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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gnügen, einen ſchlanken und feinen Schatten unter aller⸗ hand anmuthigen Bewegungen kommen und gehen zu ſehen.Welch ein Wuchs! dachte William,und welche Leichtigkeit, welche Grazie in den Bewegungen! Es iſt beſtimmt gefährlicher, mit dem Auge der Phan⸗ taſie ein Weib durch die Gardinen zu betrachten, als ſ mit natürlichen Augen am offenen Fenſter zu ehen.

Der Ingenieur ſchlief nicht eher ein, als bis es ſchon ein Paar Stunden finſter bei ſeinen Nachbarin⸗ nen war.

4.

Ach, ſchon fühl' ich mich getragen Nach der Grazien Heimathland. Franzen.

Die Jugend wird nie ordentlich, ſagte der Rathsherr, der, während er zwiſchen dem Frühſtück⸗ tiſche und der Thüre auf und ab ſpazierte, ungeduldige Blicke nach der Wanduhr warf. Es war heute Gericht über einen Dieb, der eine Caſſerolle aus der Küche der Poſtmeiſterin geſtohlen hatte, und der Rathsherr konnte die Seſſionsſtunde nicht verſäumen, um den Herrn vom obern Stock zu erwarten.

Ich ſchätze ihn; denn er iſt herzensgut, ſagte die Rathsherrin;aber bei Leuten der alten Welt

Wertheſte Frau Rathsherrin! Es iſt nicht meine Schuld, ſondern die des Schlingels Carl, der vergeſ⸗ ſen hatte, die Gardinen herab zu laſſen, und nun heute morgen der Teufel weiß, wohin gelaufen war! Den⸗ ken Sie ſich, Frau Rathsherrin! als ich erwachte, er⸗