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Die Erkerstübchen : eine Erzählung : vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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Der Mops bellte; die Thüre öffnete ſich und auf der Schwelle erſchien eine gar gutmüthig und behag⸗ lich ausſehende Matrone in einer neu geſtärkten Schürze mit weiten Falten und einer fein gekräuſelten Haube auf dem ehrbaren Haupt.

Die Rathsherrin verneigte ſich und ging mit dem

Lichte rückwärts, um den Weg zu zeigen, und da das Zimmer nicht ſehr tief war, ſo erreichte man bald den Sopha. Dieſer junge Herr iſt der Herr Ingenieur Wil⸗ liamsſon, Mutter, ſagte der Rathsherr, jenen vor⸗ ſtellend.Er hätte es gar zu kalt im Wirthshauſe gefunden, deßhalb ließ ich ein Wort von unſern Zim⸗ mern fallen.

Sie ſtehen recht gern zu Dienſt, antwortete vie Alte herzlich.

William nahm ſogleich ſeine Partie. Er ergriff ihre Hand und ſagte raſch:Meine beſte Frau Raths⸗ herrin, Sie ſehen in mir einen jungen Mann, der ſi in dieſer guten Stadt niederlaſſen will, da ſie in der Nähe der Gegenden liegt, wo ich Sommers meine Verrichtungen habe. Von den wenigen Freunden, die ich auf der Welt beſitze, ſehr weit entfernt, habe ich die Abſicht, mir in guten Nachbarn ſolche zu verſchaf⸗ fen zu ſuchen, und da ich ein gerader Mann bin und das Herz auf den Lippen habe, ſo ſage ich frei heraus, Frau Rathsherrin, daß Alles, was ich im erſten Au⸗ genblick hier ſehe, mir ſo gut gefällt, daß ich gerne hier bleiben möchte.

Wenn das iſt, erwiederte die Alte geſchmeichelt, ſo glaube ich gewiß, wir werden gute Freunde wer⸗ den. Denn da wir alten Leute kinderlos find, ſo ken⸗ nen wir nichts Angenehmeres als einen lieben Haus⸗ freund aber der Herr Ingenieur iſt doch allein?

Nein, wahrhaftig, meine wertheſte Frau Raths⸗ herrin! Ich komme drei Mann ſtark, das heißt, ich habe ein Pferd und einen Burſchen, jedoch beide von