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„Herr Vetter, Herr Vetter— Rathsherr Utter!“ rief Frau Elmgren, die plötzlich andern Sinnes wurde. „Es war ja nur Scherz von mir! Sie begreifen wohl, Herr Vetter, daß, wenn das Zimmer einmal recht geheizt iſt, ich nicht— aber hören Sie denn Nichts, Herr Vetter?“
Aber der Vetter hütete ſich wohl, zu hören. Er beeilte ſich im Gegentheil, ſo ſchnell er konnte, ſeine
Beute fortzuführen. Und als Frau Elmgren ſelbſt in 5 kam, um ihr Recht zu
den Saal herausgeſprungen wahren, war von dem Rathsherrn und dem Gaſte nichts mehr übrig, als der Stock des Erſtern und die Peitſche des Letztern..
„Ja, das hat man davon, wenn man zu gut ge⸗ gen ſeine Freunde iſt,“ polterte unſere Klubbfrau.„Sie ſchämen ſich nicht, mir die Reiſenden unter der Naſe wegzuſchnappen. Nächſtens wird es ſo weit kommen, daß ſie vor dem Thore ſchon Wache ſtehen. Pfui! was in dieſem Neſte hier für eine elende Geſellſchaft iſt!“ Das Ende vom Lied war bei Frau Elmgren im⸗ mer, daß ſie über die Geſellſchaft klagte, eine Klage, die ihr als ein beſonders feiner Stich gegen den Bür⸗ germeiſter dünkte, der an dem einzigen Spieltiſch des Klubbs ſaß, übrigens that, als ob er nichts höre und nichts ſehe.
Von dem Rathsherrn Utter, der voranging ge⸗ führt, zog unterdeſſen unſer Ingenieur mit all ſeinen Habſeligkeiten, dem Braunen, Carl, dem Wagen und Bagage über den Markt nach der Strandgaſſe hinab, wo die Utteriſche Behauſung lag. So weit der Mond⸗ ſchein die Gegenſtände erkennen ließ, ſchien es William, als ob ſeine künftige Wohnung mit der kleinen drei Ellen langen Blumenhecke auf beiden Seiten der Treppe ihm recht gut werde gefallen können.
„Mutter!“ rief der Rathsherr, indem er nach dem Thürſchloß tappte.„Mutter, komm mit einem Licht herab und öffne, wir haben einen freiden Gaſt hier.“


