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der beſten Race, weßhalb ich auch bitte, ſie ſo bald als möglich unter Dach und Fach zu bringen.“
„O ich habe bereits meine Befehle gegeben,“ ver⸗ ſicherte der Rathsherr, der bei dieſen Worten von ei⸗ nem Geſchäft in der Küche zurückkam.
„Ja, aber ſehen Sie, mit den Pferden iſt es gar zu arg,“ wandte die Rathsherrin unruhig ein.„Und die Burſchen— die gehören gegenwärtig freilich dazu, ich will auch nichts Schlimmes darüber ſagen. Ich weiß wohl, daß die Herrn nichts Böſes wollen, aber es iſt denn doch wahr und wahrhaftig, daß der Lieu⸗ tenant, der im vorigen Winter hier wohnte, einen Be⸗ dienten hatte, der einmal um das andere das Futter⸗ geld vergeudete— falls er welches bekam und ſich da⸗ für auf unſerem Heuboden behalf, ſo daß, als es gegen das Frühjahr ging, ich meine beſte Milchkuh mit er⸗ bärmlichem Häckerling füttern mußte! Sie können ſich denken, Herr Ingenieur, was ich da für eine Milch bekam. Ich ſah mich genöthigt, meinen beſten Kunden abzuſagen.“
„O, das heißt die Grenzen der Gaſtfreundſchaft zu ſehr überſchreiten,“ rief William mit einem außer⸗ ordentlich verwunderten Geſichte, obſchon er beim Licht beſehen ſich nicht verbergen konnte, daß Carl eher zu Allem fähig wäre, als daß er den Braunen hungern ließe. Doch weit entfernt, eine ſolche Möglichkeit an⸗ zunehmen, ſetzte unſer Ingenieur mit aller Sicherheit hinzu:„Aber meine gute Frau Rathsherrin, erlauben Sie mir, Ihnen zu erklären, daß ich ein ziemlich or⸗ dentlicher Mann bin und immer ſelbſt nach dem Stalle ſehe. Auch werde ich meine Futtereinkäufe ſo genügend machen, daß Carl ſich keinerlei Gewaltthätigkeiten er⸗ lauben wird.“
„Ja, ja, mein Herr Ingenieur! Aber—“ die Rathsherrin ſchüttelte den Kopf—„ich habe einen mächtig großen Widerwillen gegen die Burſchen. Sie ſind immer ſo ſtörriſch“—


