Auf dieſen Toaſt folgten mehrere andere, worun⸗ ter auch der Wunſch der Herren für die glückliche Nieder⸗ laſſung des Herrn Ingenieurs in der Stadt, bis end⸗ lich Carl mit einer kläͤglichen Miene zum ſechſten⸗ und letzten Mal auf der Schwelle erſchien.
„Ja ſo, Du— ich ſehe, es iſt Zeit, daß ich auf⸗ breche. Nun, ſo gib den Mantel und den Pelz her.“
Und nachdem unſer Feldmeſſer den Herrn die Hand geſchüttelt und die vortreffliche Frau Gerichtsbeiſitzerin auf beide Schultern geklopft hatte, ließ er ſich auf den ſchmalen Chaiſenſitz nieder, während ſich Carl an ſeiner Seite einzwängte.
„Was iſt das, mein kleiner Hanswurſt?— Ich glaube, Du haſt die Sprache verloren,“ ſprach der Ingenieur und nahm ſeinem kleinen Heiduken die Zü⸗
ab.
„Ja wohl habe ich die Sprache verloren— der Herr Ingenieur ſaß drinnen in der Wärme und Be⸗ haglichkeit, während ich hier außen ſtand und Hände und Füße erfror,“ erwiederte Carl mit all der Frei⸗ müthigkeit, die er ſich zu nehmen gewohnt war.
„Weiſe geſprochen, Bruder Carl! Es iſt übrigens gut, daß, wenn ich Dich vergeſſe, Du Dich nie ſelbſt vergißt. Jetzt werde ich wohl daſitzen und an Deiner Stelle frieren müſſen, während Du hinein ſpringſt, ein Glas Bier zu Dir nimmſt und ein Paar Butter⸗
brödchen in die Mahnteltaſche ſteckſt. Du kannſt auch gleich einige Haferkuchen für den Braunen mitnehmen
— Du ſiehſt, der iſt zu hoch geſinnt, um zu klagen! Aber geſchwind muß es gehen, ſonſt weißt Du, daß ich Dich im Nothfall ſelbſt erwärmen kann.“
Einige Minuten ſpäter knarrte die grüne Chaiſe des Ingenieurs über den vom Herbſtfroſt holperig ge⸗ wordenen Hof.


