Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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jetzt, wo ich die wichtigſte Angelegenheit meines Lebens mit ihr berathen wollte, wo ich den Kopf ſo voll neuer Pläne und Gedanken habe. Aber in Gottes Namen, es iſt doch keine Gefahr vorhanden?

Das ſteht in Gottes Hand. Aber nun gehen Sie auf Ihr Zimmer. Gefahr, wer kann das vorher wiſſen?

Madame, ich will kein Eſſen. Es würde mir hier doch nicht ſchmecken. Ich gehe in den Gaſthof und bleibe dort bis heut Abend. Wenn Jemand nach mir fragen, d. h. ſich meines Daſeins erinnern ſollte, ſo ſagen Sie, daß ich bei miſerabler Laune bin und mich vielleicht ertränke, wenn mir nichts Beſſe⸗ res einfällt.

Hiermit entfernte ſich der Rittmeiſter. Er war wirklich des Lebens ſatt und müde: Wer würde ſich jetzt um ihn kümmern, wer ſeine Laune aufräumen und gleichſam täglich die Uhr ſeines inneren Menſchen aufziehen?

Er nahm ſeinen Hut und ging.

Der Mittag im Gaſthofe war unerhört ſchlecht; der Kaffee

abſcheulich; der Tabak ohne alle Widerrede vergiftet.

Was ſoll ich vornehmen? fragte er ſich.Soll ich noch einmal baden? Nein, ich bin zu aufgeregt, das taugt nicht. Fiſchen? da wäre ich zu weit weg, wenn ein Unglück ein⸗

träfe was Gott verhüten wolle! Ich habe dieſe vernünf⸗

tige, herrliche Frau ſo herzlich lieb! Am Ende wäre es am beſten, wenn ich ihrem Wunſche gemäß die Freundinnen auf⸗ ſuchte!

In dem kleinen, rothen Häuschen am Smedklefven und zwiſchen den blühenden Balſaminen ſaß Frau Maria Lanners⸗ tjerna und neben ihr eine jüngere, blühende Schönheit, deren ſchlanke Finger ein Netz aus feinen Silberfäden knüpften. Das Stübchen war ſauber gekehrt, mit Tannenzweigen geſtreut und Alles athmete reinen, tiefen Frieden.

Frau Lannerstjerna arbeitete in dieſem Augenblicke nicht.