Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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wenn ſie gut iſt. Aber meine Organe ſind ſo empfindlich, daß die größte Behutſamkeit, um nicht zu ſagen: die vollkommenſte Delicateſſe erforderlich iſt, nicht ſo ſehr in der Wahl, als in der Bereitung der Speiſen, und ich werde mir deshalb die Frei⸗ heit nehmen, ſelbſt mit der Haushälterin zu conferiren, und ihr meine Erfahrung, meine Gewohnheiten, meine Principien und meine Beobachtungen mittheilen.“

„Da gratulire ich Ihnen, mein Herr!“ rief meine Mut⸗ ter, herzlich lachend.„Meine Haushälterin, Frau Malmelin hat früher ihren eigenen Hausſtand gehabt und iſt ſo eigenmächtig und jähzornig, daß das ganze Haus in Flammen ſtehen würde, wenn ſich ein Fremder in ihr Revier wagen wollte.“

„Ei nun, da muß ich auf meine Diät ſo lange verzichten, bis ich ſie zahm gemacht habe. Ich werde ſie ſchon dreſſiren. Erſtens gehört ſie zu dem ſchönen Geſchlechte; d. h. ſie hat irgend eine ſchwache Seite; und zweitens macht es mir unge⸗ mein viel Vergnügen und es befördert die Verdauung beſſer, als der feinſte Wein, wenn ich mich mit einer ſcharfzüngigen Frau ein bischen zanken kann. Somit wäre Alles abgemacht, und ich kann morgen einziehen.“

„Nein, gewiß nicht.— Ich ſehe voraus, daß Sie mir das ganze Haus in Confuſion bringen.“

„Nein, auf Ehre! Ich werde im Gegentheil wie ein gutes Hausthier werden, nota bene, ein Lieblingsthier, das man nicht ſobald wieder vergißt.— Weiſen Sie mich nicht zurück— ich bin im Grunde ein guter Menſch, wenn auch ein bischen Teufelszeug obenauf ſchwimmt. Wenden Sie ſich nicht ab— ſagen Sie mir nur ein freundliches, günſtiges Wort — ich bin mit einem einzigen zufrieden!“

Es lag etwas Herzgewinnendes, Wehmüthiges in Worten und Weſen des ſonderbaren Fremden. Meine Muttter war be⸗ ſiegt und antwortete entſchloſſen:„nun, es mag darum ſein, inſofern——“

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