Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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nicht kannte, und der ſich nun vor dem Anblicke ſeiner recht⸗ mäßigen Gattin, die er vor neun Jahren verließ, in tiefſter Erde verbergen möchte? Sie war damals ein Kind ſieben⸗ zehn Jahre alt. Aber er verließ mich nicht bloß er lockte mich vorher in den dichten Wald, wo er mich, von ſei⸗ nem eiferſüchtigen Herzen und von ſeinem wilden Sinne irre⸗ geführt, ſchlug, bis ich bewußtlos und wie er wahrſcheinlich glaubte todt war. Denn, als ich mich beſann, war er fort und ich habe nichts weiter von ihm gehört, bis ich vor einiger Zeit, als ich in dieſe Gegend kam, ſeinen Namen nen⸗ nen hörte und erfuhr, daß er die Schamloſigkeit gehabt hatte, eine andere leichtgläubige, arme Frau in ſeine Netze zu ziehen, ohne mit Sicherheit zu wiſſen, ob er Wittwer ſei. Aber

mein iſt er und mein ſoll er bleiben. Richte Dich auf, Jörgen ich vergebe Dir! Und mit ungekünſtelter, edler

Anmuth ſtreckte ſie den immer noch ſtummen Jörgen beide Arme entgegen.

Die Erſte, welche ſich von ihrem Erſtaunen erholte, war Guri, die, einen verachtenden, entſetzten Blick auf den erkore⸗ nen Ehemann werfend, mit ausdrucksvoller Geberde ausrief:

Ich verſchmähe und verabſcheue es, Rechenſchaft von Dir zu fordern, Du doppelter Betrüger! Bleibe nun allein mit Deiner, mit Meſſing beſchlagenen Zigeunerin, der Gemah⸗ lin des Wathekönigs

Und raſcher, als die Möve die Luft durcheilt, flog die Ex⸗Braut davon.

Ihr gerechter Aerger fand jedoch kein Echo in dem gan⸗ zen umſtehenden Kreiſe. Es iſt ſo angenehm, ſeinem Nachbar ſagen zu können:Sie hätte ſich vorſehen ſollen. Das hätte ihr Jeder ſagen können, daß das ſchief gehen würde!

Die verlaſſene Gattin aber, die ſo plötzlich und zwar mit Verzeihung und Verſöhnung auf den Lippen erſchien die weckte ungetheilte Sympathie und Guri's Schmähwort: Ge⸗