Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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Gebäude hingeſtellt hatte, herrſchte jedoch eine Ordnung, die man im Vergleich zu dem, was bei andren Patronen vorfiel, muſterhaft nennen konnte, weshalb er auch ein Gegenſtand des Neides für alle umwohnenden Salzereibeſitzer geworden war.

Die Herren Diedrichſen und Dittmer verſtanden es, in Abweſenheit ihres Principals, die Zügel zu halten. War die⸗ ſer zugegen, ſo war es weniger ſeine allgemeine Freigebigkeit, die ihm den großen Einfluß auf dieſe Leute ſicherte, als der Ruf, der vor ihm herging, daß er der heftigſte und kühnſte von den noch lebenden Sprößlingen desalten Stammes ſei. Seine funkelnden Augen, wenn er durch Falſchheit und Hin⸗ terliſt zum Zorn gereizt wurde; ſeine zuſammengezogenen Brauen, ſeine gewaltige Stimme zeigte ihnen, daß ihre Macht nichts über ihn vermöge; und es kam einer Ehrenbezeugung gleich, wenn die Männer unter ſich verſicherten:Das iſt ein Mann, den man mitrechnen muß. Der iſt nicht vange!

Einer dieſer Wathekönige, mit welchem manches Geſchäft abgeſchloſſen wurde, war der bekannte und gefürchtete Jörgen Kon, ein halber Herr, der aber ſeiner äußeren Erſcheinung nach, gern einen wirklichen Herrn und zwar von guter Fa⸗ milie hätte vorſtellen können.

Woher er ſtammte, ließ ſich ſchwer behaupten. Er redete mehrere Sprachen, d. h. ſo wie die Seeleute es zu thun pflegen und gab ſich bald für einen Ruſſen, bald für einen Nor⸗ weger, Schotten oder Spanier aus. Die olivenfarbene Haut⸗ das dichte, ſchwarz⸗krauſe Haar, und der ebenſolche Bart, die etwas eckigen Züge und die ſtarken feſt zuſammengewachſenen Brauen, die ſich über dunkelbraunen, auf gelber Email ſpielen⸗ den Augenſternen wölbten, gaben der Vermuthung etwas Wahr⸗ ſcheinliches, daß er dem verachteten, merkwürdigen Zigeuner⸗ ſtamme angehöre, obſchon er viel zu ſtolz war, einzuräumen, daß er Scheerenſchleifer und Marktſchreier geweſen ſei, ehe er nach verſchiedenen Seereiſen in ferne Länder, alsHerr in

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