Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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fangen pflegte, ſo hatte man gegen das Jahr 1770 die ſoge⸗ nannten Wathen*) dazu benutzt. Die Länge derſelben betrug gewöhnlich hundert, die Tiefe zwölf Faden, doch gab es deren bis zu hundertvierundvierzig Faden in der Länge. Letztere be⸗ ſtanden aus 48 verſchiedenen Stücken, ein jedes drei Faden breit. Die Taue waren an jeder Seite vierhundert Fa⸗ den lang.

Die Wathen wurden ſo weit als möglich um den heran⸗ ziehenden Häringszug ausgelegt, und nachdem die Fiſche mit Geräuſch dahinein getrieben worden mittelſt einer Winde ans Land gezogen.

Gewöhnlich gehörten zwölf bis achtzehn Perſonen um eine ſolche Wathe, von denen einer den Befehl über das Ganze und den Titel:Wathekönig erhielt.

Da ein gemeinſamer Feind auch ein gemeinſames Intereſſe einflößt, ſo vereinigten ſich oft mehrere Wathenbeſitzer wie die Fürſten es im Kriege zu thun pflegen; obgleich der Feind nur in den dummen Häringsſchwärmen beſtand.

Bei ſolchen Fällen wurden die Wathen aneinander ge⸗ knüpft und die Bucht auf dieſe Weiſe abgeſperrt, ſo daß die Häringe, die darin waren, ſich gefangen gaben und von den kleineren Netzen herausholen laſſen mußten. Eine einzige Wathe konnte im glücklichen Fall eintauſendzweihundert Tonnen Häringe in einem Zuge fangen.

Bisweilen hatten dieſe Wathekönige aber auch Gelegen⸗ heit, die Wahrheit des Sprichwortes zu erfahren, daßder Geiz die Klugheit betrügt. Wenn ſie nämlich zu viel Häringe in die Wathe gedrängt hatten, und dieſelbe nicht ans Land zu ziehen vermochten, ſtarben die zuſammengepreßten Fiſche und blieben auf dem Meeresboden liegen, woſelbſt ſie verrotteten. Hunderttauſend Tonnen gingen auf dieſe Weiſe verloren, und

*) Wathe= Schleppnetz. D. Ueberſ.

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