236
ernſten, reifen Mannesalter, beide mit Würde, Milde und Anmuth grüßend, da neigten ſich alle Zuſchauer, um dieſen Gruß zu erwidern, und von Lippe zu Lippe flog das Bekennt⸗ niß, daß kein ſo wohlwollender Feind je zuvor in Bohuslän verweilt habe. Jeder Einzelne, der zu fordern gehabt hatte, war in baarer Münze oder in Reverſen bezahlt worden.
Wer ſich in dieſem Zuge am wenigſten zu ſeinem Vor⸗ theil ausnahm— und darüber wird ſich Niemand wundern— das waren die Bürger von Uddevalla, welche als Geißel für die der Stadt auferlegte Contribution mitfolgen mußten. Man erfuhr übrigens bald, daß dieſen Herren auf ihrer unfreiwilli⸗ gen Luſtreiſe nicht das geringſte Uebel zugefügt wurde, und als Guſtav III. endlich im folgenden Jahre die Summe von zwei⸗ undvierzigtauſendvierhundertdreiundvierzig Thalern, d. h. den abgeſchätzten Werth der aufgebrachten Priſen einſchickte, erhielt die Stadt Uddevalla ihre Obligationen zurück und die Herren Bürger empfingen ihre Freiheit wieder.
Erſt als das ganze bewegliche bunte Gemälde verſchwun⸗ den war, brach die Freude und das Entzücken, das jede Bruſt ſchwellte, hervor. Man trat kräftig auf den eigenen, vater⸗ ländiſchen Boden nieder, man redete laut und ſandte einen tiefen, warmen Seufzer der Dankbarkeit zu Dem, der Krieg und Frieden in ſeiner Hand hält. Alle Knaben der Stadt, die hier den Troß bildeten, jubelten, ſchrieen und ſchlugen Rad mitten auf der Landſtraße, halb außer ſich vor Entzücken, die Regimenter der„Norrbackar“ erſt geſehen zu haben und ihrer nun wieder quitt zu ſein.
Es war faſt Abend geworden, als man nach der Stadt zurückkehrte, wo die Herren das Feſt im großen Clubb bei einer Bowle beſchloſſen, während die Damen Alles im Hauſe zu dem Reinigungs⸗ und Ummeublirungsproceß des kommenden Tages auf den Kopf ſtellten. Darauf wurden alle Schiebladen und Kleiderſchränke durchgewühlt, um etwas Paſſendes für die


