Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

234

ich aufwartete, allerlei bekommen, was für den König vom Moh⸗

renlande paſſen würde: Federbüſche, eine Schärpe, Quaſte und noch viel mehr dergleichen.

Soo o, haſt Du das! Aber, dummes Zeug wer König iſt, muß auch daran denken, daß ſein Wort ein Königswort iſt. Uebrigens will ich Dir ſagen, daß meine Bruſt zu breit iſt, um norwegiſchen Flitter zu tragen. So antwortetder Rabe und ich mit ihm!

Niedergeſchlagen ſo niedergeſchlagen, daß eine Thräne auf die Pulverſchachtel, die er zuPaſtors tragen ſollte, herabfiel, ſandte der arme Laſſe ſeinem königlichen Freunde und Herrn einen langen Blick nach. Dann verſuchte er heim⸗ lich eine Grimaſſe zu machen, und darnach etwas beruhigt ſagte er zu ſich ſelbſt: Nächſtes Jahr gehe ich zur See, und wenn der Rabe und ich uns dann einmal vwiederſehen, ſind alle dieſe Knabenſtreiche vergeſſen.

Es war an einem klaren, friſchen Wintermorgen, am 12. November, als die Stadt unter klingendem Spiele geräumt wurde. Als die Garniſon die Straßen entlang zog, ſtanden die jungen Damen ſchon in ſorgfältiger Toilette am Fenſter, die Stirn an die Scheiben gedrückt und manchen flüchtigen, dankbaren Blick aus den glänzenden Augen der norwegiſchen Officiere, welche die ſchwediſchen Damen ehrfurchtsvoll mit dem Degen grüßten mit geſenkten Augenlidern erwidernd und mit einem Erröthen, das eine innere Bewegung und ein raſcheres Herzklopfen verrieth, und welches im Vorbeiziehen bemerkt, noch lange in den kriegeriſchen Memoiren jener Zeit fortlebt, wo man in jenemkleinen Dorfe im Quartier ge⸗ legen und ſo gutverpflegt worden war.

Sobald die Truppen zur Stadt hinaus waren, packten