Zur ſelben Zeit, als die Herren in der Apotheke die Sitzung aufhoben, begegneten ſich an einer Straßenecke der neue Apothekerburſche Laſſe Krabbe und der Befehlshaber in „der kleinen Fehde“: der junge Herr Korp, welcher den Laſſe ſeit ſeiner Sendung nach der Wettlandsbrücke, wo er ſo wich⸗ tige Dinge geſehen hatte, kaum für eine paſſende Bekanntſchaft mehr hielt.
„Ei, biſt Du es!“ rief Laſſe mit einer dunklen Ahnung, daß er den ganzen Winter für ſeine Feigheit leiden werde.
„Ah ſo, biſt Du es, Du Pflaſterlappen! Was treibſt Du denn in der Welt— es ſchickt ſich nicht mehr für mich, lange mit einer Mörſerkeule zu reden, und ich würde Dich auch nicht erkannt haben, wenn es nicht wäre, um Dir zu ſagen, daß Du Dich nächſten Weihnacht nicht zu meiner Suite zu melden brauchſt. Ich habe ſchon einem anderen Burſchen das Amt verſprochen, welches Du um meine Perſon zu ver⸗ walten hatteſt, wenn ich als König vom Mohrenlande auf meinem Thron ſitze.—
„Nein, lieber Korp, nimm dies Wort zurück— ich gräme mich wahrhaftig zu Tode. Laß mich zum wenigſten den Stern vor Dir hertragen.“
„Das ſoll nimmer geſchehen; Du, der Du wie ein Feig⸗ ling vor dem Feinde floheſt, Du wollteſt den Weiſen vom Morgenlande und meiner Majeſtät den Stern vorauf tragen? — Weißt Du denn nicht, daß die großen Herren von Qviſtrum, die ihre Schuldigkeiten zu thun verſäumten, ebenfalls abgeſetzt ſind?— Da kann von einer Schonung mit Dir gar keine Rede ſein; und ſomit vielen Dank dem, der danken möchte. Wir find vollzählig und damit Adien!— Wenn Du mir künftig auf der Straße begegneſt, ſo achte Dich, daß Du mich nicht grüßeſt, ich könnte Dir ſonſt ein drittes Bein aus Deiner Naſe machen!“—
„Und ich habe gerade von einem norwegiſchen Officier, dem


