Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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„Wie magſt Du mir ſolche Vorwürfe machen, Margreta — ſo empfänglich wie ich bin. Du biſt ſtark und entſchloſſen, ſo daß ich mich durch Deine bloße Anweſenheit gekräftigt fühle, und es iſt grauſam von den Eltern, wenn ſie verlangen, daß ich hier allein bleiben ſoll!“

„Aber, Majken, Du biſt ja verheirathet....“

„Oh, ja, das weiß ich allzu gut.“

„.... mit einem guten, achtungswerthen Manne— ver⸗ giß das nicht, Schweſter!“

„Warum willſt Du ihn loben, Margreta? Du weißt, wie viel Kummer ich in meiner Ehe habe... Mein Mann lacht über alles, als ob die ganze Welt voll Roſen wäre. Ich bin krank von Natur, krank von den Apothekgerüchen, krank an Ge⸗ müth, wenn ich allein bin, und krank von dem Geſchwätz und dem Lärm, der von unten herauf ſchallt, während ich hier oben ſitze und weine. Du wirſt alſo begreifen, Margreta, wie ſehr ich wünſche, daß wir in derſelben Stadt wohnen könnten.“

Margreta's hübſcher Mund verzog ſich zu einem eigen⸗ thümlichen Lächeln.

„Es läßt ſich nicht leugnen, daß das Bild, welches Du von der Ehe entwirfſt, wenig Verlockendes hat. Ich kann mich glücklich ſchätzen, daß ich dieſe Sorgen nur aus den Erfahrungen Andrer kenne.“

„Ach wie dumm ich bin!“ rief die verheirathete Schweſter, erſchrocken über die eigne Unvorſichtigkeit.„Aber Du würdeſt ja auch nie eiferſüchtig werden.“

„Wer weiß,— was man nicht kennt, darf man nicht beſchwören.“

„Zum Wenigſten entgehſt Du dieſem Uebel, wenn Du den alten Chrisman heiratheſt,“ entgegnete die junge Frau mit heimlichem Verdruß.

Ich darf Dir übrigens nicht länger verſchweigen, meine arme

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