Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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angeſehen: das war der Mittſommerabend, wo der Marktplatz als ob er ſeine dereinſtige Beſtimmung ahn'te mit Laub und Blumen geſchmückt war und wo die Jugend ſich in frohem Reigen um den hohen, geputzten Maibaum drehte, ohne ſich zu kümmern, daß der Tact nur von der Violine des Stadt⸗ dieners, und von dem Tambourin des Stadtfiscals angegeben wurde, welches letztere von einem alten Matroſen förmlich ge⸗ mißhandelt ward. Die ärmeren Claſſen, welche ihren Kreis für ſich hatten, ſangen aus voller Bruſt, ſo daß das Echo von den Bergen wiederhallte und das Halsband von Cier⸗ ſchalen auf dem belaubten, blumigen Buſen der Maiſtange zitterte. Eine Maiſtange in Bohuslän war damals, in unſrer Gegend wenigſtens, eine ſtolze, ſechs Ellen hohe Dame mit einer Art von Reifrock aus breiten grünen Tannenzweigen. Sie glich in der That einer friſchen Dryadentanne, deren Spitze in ein Haupt verwandelt war, mit Armen, Hals und Oberkörper von Birkenreiſern. Das Geſicht war auf Leinwand gemalt, etwa wie eine Puppe, und der Scheitel mit Flachs⸗ locken und Blumenkrone geſchmückt. Ueber Rock und Arme ſchlängelten ſich friſche Blumenguirlanden herab⸗

Die eigentlichen Jungfern der Maibraut beſtanden aus den Bürgertöchtern, das heißt aus ſolchen Handwerker⸗ und Schiffertöchtern, welche nicht um ihren Unterhalt bei andren Leuten zu dienen brauchten. Sie banden auch die Kränze und kleideten die Braut, nachdem die Burſchen das gröbere Material von den Inſeln und Bergen herbeigeſchafft hatten, und genoſſen deshalb der Ehre, mit den unverheiratheten jun⸗ gen Damen der ſogenannten höheren Claſſe in einem Ringe zu tanzen.

Später in der Nacht wurde der Glanz des Feſtes durch Böllerſchüſſe und brennende Theertonnen auf den Inſeln erhöht, deren rother Schein aus der tiefblauen Meeres⸗

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