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die gebräunte Wange des Capitains Rüttiger; er griff unyill⸗ kürlich in die Glieder ſeiner Uhrkette, als er mit unſichrer, faſt zitternder Stimme antwortete:
„Das war zu einer Zeit, wo ich gleichſam zwei Seelen in mir hatte— jetzt drückt die eine mich bisweilen genug.“
„So ſchaff' Dir eine andere wieder, aber nicht von Dei⸗ nem Geſchlechte! Hier ſind ſo viele junge und ſchöne Mädchen ... ſuch Dir eine Frau!“
„Eine Frau!— Ich bin faſt 32 Jahre alt geworden und habe nie einen ſolchen Gedanken im Kopfe gehabt.“
„Sitzt er nur erſt im Herzen, ſo kommt er auch bald in den Kopf. Du biſt kein Goldſammler, wie Du ſagſt und wirſt es auch nimmer werden. Aber Du haſt deſſen ungeachtet genug zufammengeſpart, um eine Frau nehmen und einen eignen Heerd gründen zu können, an dem Dir die Ruhe nach beſtandenen Strapazen ſchon ſchmecken wird.“
„Aber ich bin nicht im Stande, mich zu verlieben. Ueber⸗ dies könnte eine Frau, die einigermaßen gut ausſieht und ihren Werth fühlt— und eine Andre kommt nicht in Frage— auf den Einfall kommen: die Hand mit ans Steuer legen zu wollen, und da würde es, meiner Seel, ſtatt ins Himmelreich, gradezu in die Hölle gehen. Ich muß eine Frau haben, die weder bei jedem harten Worte in Ohnmacht fällt, noch durch die Ge⸗ läufigkeit ihrer Zunge mich zu reizen ſucht, wenn ich einmal mit der Fauſt auf den Tiſch ſchlage. Kennſt Du eine ſolche, und die außerdem einen ordentlichen Hausſtand zu führen ver⸗ ſteht und ihre Blicke während der Abweſenheit ihres Mannes nicht auf andre Männer wirft?“
„Nein, Sohn, wenn Du ſo große Anſprüche machſt, wird es nicht leicht ſein, eine zu finden.“
„Thut nichts, Vater! Ich habe nun doch einmal all mein Eigenthum verkauft, die Rheder haben das Fahrzeug veräußert und ſomit bin ich klar zur Abfahrt. Nach acht Tagen, denke
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Carlen, Cam. obsc. I.


