Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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würden ſie ſich ſchaffen und erfüllen. Die Werfte mußte mit raſchen, tüchtigen Arbeitern verſehen, die Zahl der Schiffe und Böte vermehrt und Alles aufgeboten werden, um dieſe kleine Stadt zu einer der ſchätzbarſten Perlen in dem Klippengürtel der Nordſee umzuſchaffen!

Dieſe ſchönen Träume von einem künftigen Emporblühen der kleinen Grenzſtadt umſchwebten ihn beſonders in den langen, ſchlafloſen Nächten, wo die Uhr des Freundes ſo oft durch ſeine Hände glitt und nach dem Anbruch des Tages gefragt wurde; wo er mit nervöſer Unruhe auf den Schlag der Wanduhr wartete, deren Glockenſpiel gleichſam das Todtenlied für jede Stunde ſang, welche aus der Zeitrechnung ſeines Lebens verſchwand.

In dieſem Glockenſpiele, worin ſich die Gedanken des Menſchen offenbaren, ohne daß ſich ſeine Hand darin regt, liegt etwas ſo Wehmüthiges, Ergreifendes, daß man wohl be⸗ greifen kann, daß es den Kranken in einen i ſieberhaſten Zuſtand verſetzt.

Eine ſolche Uhr ſtand außen vor den Saale, in welchem der junge Schwede lag, und es war beſonders eine Nacht, wo er mit einer wahren Angſt(ein Gefühl, welches ihm völlig neu war) den Schlag der zwölften Stunde und das darauf folgende mitternächtliche Concert erwartete.

Die Nachtlampen warfen ihren matten Schein durch das lange Zimmer und ſuchten umſonſt die Schatten zu zerſtreuen, welche um die weißen Betten und die ſchlafenden Kranken lagerten. Die Krankenwärterin ſchlief ruhig in ihrem Lehn⸗ ſtuhle und das tiefe Schweigen wurde nur dann und wann von dem leiſen Jammer eines Sterbenden unterbrochen, wel⸗ cher bald eine letzte glücklichere Reiſe anzutreten hoffte, als er bis dahin zurückgelegt hatte.

Kann ich Dir helfen, Kamerad? fragte der Küſtenſohn der Nordſee einen alten Knaben vom Baltiſchen Meere, der

ihm zunächſt lag.