Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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Ein freundlichesNein, ſollſt Dank haben! und ruhige, tiefe Athemzüge, welche zu erkennen gaben, daß er wieder in Schlaf gefallen ſei.

Der junge Schwede ließ mit zuſammengeſchnürter Bruſt ſeinen Blick über die Betten ſchweifen, wo die Kinder ſo vie⸗ ler ungleicher Nationen bei wachem Zuſtande in allen Zungen flehten und fluchten; jetzt ruhte Alles; und als der Mond ſeine zitternden Silberſtrahlen durch die hohen, ſchmalen Fen⸗ ſter dringen ließ, erhielt das Reich der Krankheit eine noch unheimlichere, magiſche Beleuchtung.

Da ſchlug die zwölfte Stunde und beim erſten Laut des Glockenſpiels fuhr der Kranke, wie vom Schrecken gerührt, zuſammen. Ein eiſiger Schauer rieſelte ihm durch Mark und Bein; er ſchloß unwillkürlich die Augen, mußte ſie aber ſofort wieder öffnen. Wer ſtand da zum Fußende ſeines Bettes und betrachtete ihn mit den milden, treuen Augen, die ſich beim Scheiden in die ſeinen gebohrt hatten? Krämer, kein Andrer, als Krämer, der in ſo weiter Ferne weilte.

Ah... ich verſtehe Freund!.... noch einmal öffnete und ſchloß Rüttiger die Augen dieſelbe Erſcheinung..... dann war ſie verſchwunden.

Er ſah auf die Uhr des Freundes: ſie war um 12 Uhr ſtehen geblieben.

Im folgenden Jahre erſchien nur Einer an dem für das Wiederſehen beſtimmten Orte.

Das Schiff, worauf die beiden Freunde ſo lange gefah⸗ ren, war in derſelben Nacht auf Grund geſtoßen, als Rüttiger in dem holländiſchen Lazarethe ſo qualvolle Angſt ausgeſtanden hatte. In dem Verzeichniß der Verlorenen ſtand obenan ein Name, welchen dieſer nicht erſt zu leſen brauchte: er wußte längſt, daß Krämer ſich unter den Unglücklichen befand.