2
3
dem heimlichen Fauſtkampfe, der auf dem ſchwankenden Fuß⸗ boden des Fahrzeuges beſtanden wurde und gewöhnlich mit Arreſt und ſonſtiger Strafe endete, wobei dann der eine Freund dem andern aus irgend einem Grunde Geſellſchaft zu leiſten wußte.
In einer ſtillen Nacht, als ſie in der„Spaniſchen See“ kreuzend, die Wache zuſammen hatten und ihr Geſpräch von den kleinlichen Gegenſtänden und Verhältniſſen des irdiſchen Lebens zu jenem übergegangen war, von dem ſie einen Schim⸗ mer über den funkelnden Sternen zu erblicken glaubten, die auf die unabſehbare Waſſerfläche herabſchauten; wo ihr Schiff in dunkler Majeſtät einher glitt— in einer ſolchen Nacht, ſagte Krämer plötzlich, indem er ein längeres Schweigen brach:
„Rüttiger, glaubſt Du, daß die Seelen nach dem Tode auf die Erde zurückkehren können?“
„Darüber habe ich nie nachgedacht,“ erwiderte dieſer, aber das tiefe Sinnen, in das er unmittelbar nach dieſer Antwort verfiel, bewies, daß er es jetzt thue.
„Ich glaube daran,“ fuhr Krämer fort,„das heißt wenn es aus guter Abſicht geſchieht; z. B. wenn man einem lieben Freunde von dem Augenblicke Kunde geben will, wo wir ab⸗ gerufen werden.... Du verſtehſt, von dem Augenblicke, wo dies Leben aufhört und das künftige anfängt.“
„Aber wir werden uns nie trennen, Kamerad,“ rief Rüttiger heftig,„und die Sache kann uns deshalb gleichgültig ſein. Steht es nicht feſt wie das Amen in der Kirche, daß der, welcher zuerſt von uns Beiden ein eignes Schiff bekommt, den Andern zum Compagnon hat, und daß wir, wenn die See uns nicht mehr behagt, ein Handelshaus etabliren?... Aber bis dahin werden wir noch oft an die heimatliche Küſte zurück⸗ kehren müſſen und uns abkühlen von der Hitze, womit Gott das Land der Trauben geſegnet hat.“
„Wer weiß!“ entgegnete Krämer halblaut.


