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„Dieſer Platz da, meine liebe Couſine Hilda, wie gefällt er Dir?2“ „O ſehr gut, hier laſſe ich mich gern nieder.“ „Der Boden iſt vom Thau naß.“ Edwin breitete ſeinen Mantel aus, auf welchen Hilda ohne Umſtände ſich
etzte. ſeb„Haſt Du Moore mitgenommen?“ fragte ſie. „Natürlich... erlaubſt Du mir vorzuleſen?“
„Mit Vergnügen.“
Die junge Dame nahm ihre Stickerei und nach⸗ dem ſie einen langen ernſten Blick über die holde Gegend geworfen, nachdem ſie in einem tiefen Athem⸗ zug ihre friſchen Blumendüfte eingeſogen, begann Hilda zu arbeiten und Edwin zu leſen.
„Es ſieht ganz aus, als ob ich gar nicht da wäre,“ rief Bertha lächelnd, zur Strafe ſage ich den Herrſchaften Lebewohl und gedenke auf eigene Fauſt zu recognosciren.“ Und ſie eilte den Hügel hinan, indem ſie bei ſich ſelbſt dachte: dieſe Hilda... hat man je eine ſo gelaſſene Kreuzträgerin geſehen— ſie leidet ge⸗ wiß entſetzlich! Aber ſie iſt ſo ruhig und ſtill wie im⸗ mer und ihre Arbeit leidet gar nicht darunter... Wenn Jemand gegen mich ſo gehandelt hätte... ich habe jetzt nicht einmal Ruhe genug zu ſtricken, denn... denn es gibt doch ſo manche Dummheiten hier in der Welt.“
Auf der andern Seite der Höhe kam Victor heran⸗ ſpaziert,— auch in Gedanken, verſteht ſich.
Wie mißtrauiſch doch die Weiber ſind, die Müt⸗ ter beſonders! Meine arme, gute Mama, wie ſie in Verlegenheit kommen, wie ſie ſich nachher freuen wird! Es iſt billig, daß ich ihre Beſorgniß beſchwichtige, denn wer liebt uns doch ſo, wie unſere Mutter uns liebt? Niemand. Und im Ganzen genommen, wen lie⸗


