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Der einzige Unterſchied beſteht darin, daß Sophie jetzt einen höchlich argwöhniſchen Blick auf die„Re⸗ liquie“ wirft.
Sie, die für ſcharfſinnig gelten wollte, hatte ſchon lang eine wohlbedachte Bemerkung gemacht, die nehm⸗ lich, daß, da das Haar des ſeligen Mannes augen⸗ ſcheinlich und offenbar ſchwarzblan geweſen, es außer allen Grenzen der Vernunft lag, zu begreifen, wie es, in das Goldherz eingeſchloſſen, hell geworden ſein konnte... ja, ganz goldfarbig, wie das Herz ſelbſt.
Hätte zwiſchen Mamſell Sophie Tolander und dem jungen Rektor noch daſſelbe gute Verhältniß beſtanden, wie früher, ſo würde ſie ohne Zweifel ihre Beichte ab⸗ gelegt haben. Aber nachdem er Zutritt zur Gebieterin ſelbſt erhalten, hatte er die Unbedachtſamkeit, um nicht zu ſagen die Undankbarkeit, beinahe ganz zu vergeſſen, daß es eine Zeit der Vertraulichkeit zwiſchen ihm und der Kammerjungfer gegeben hatte.
Aber es lag nicht in Mamſell Sophiens Charak⸗ ter, dergleichen Beleidigungen zu vergeſſen, und als dieſelben jetzt noch vergrößert worden waren durch den albernen Umſtand, daß der Rektor eines Tags, als er ein junges Frauenzimmer im Wagen ſpazieren führte, juſt an der Biegung eines Hügels ſeiner ehemaligen Vertrauten begegnete, ohne ſie zu ſehen, da war keine Verſöhnung mehr zu hoffen, ſelbſt wenn er daran ge⸗ dacht hätte, eine ſolche gewinnen zu wollen.
Bei Oeffnung der Thüre eilte Mathilde, ihre Koſt⸗ barkeiten zu verſtecken, und ihr Blick war alles Andere eher als gnädig, indem ſie ſich umwandte:
„Ich begreife nicht, was das jetzt wieder iſt— Du gingſt ja eben erſt.“
„Ach liebe gute Madame, es iſt etwas, das ich nicht länger ertragen kann.“
Und Mamſell Sophie nahm eine Miene an, die


