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Binnen sechs Wochen : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwedischen übers. von G. Fink
Entstehung
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Dein Ausbleiben beſtätigte meine ernſten Gedanken... und es hätte nicht einmal eines erſten Briefes be⸗ durft— der ſo voll von Unſchlüſſigkeit, Schwachheit und leidenſchaftlichem Wankelmuth war— um ſie zur Ausführung zu bringen.

Du weißt, daß ich eine lange Ueberlegungszeit für meinen Beſchluß gehabt habe. Du biſt alſo überzeugt, daß er, nachdem er einmal gefaßt worden, unveränder⸗ lich bleiben wird.

Dein Ring liegt in dieſem Briefe, ich erwarte den meinigen zurück.

Ich will keinen Vorwurf ausſprechen. Du fandeſt ein leichtes Opfer für Dein unbedachtes Verſprechen. Und wenn mein Schmerz während dieſer Jahre derje⸗ nigen, die Dein Alles iſt, Ruhe erkauft hat, ſo iſt er doch nützlich geweſen— was ſelten die Belohnung ausgeſtandener Schmerzen iſt.

Du brauchſt Dich über meine Zukunft nicht zu beunruhigen. Ich danke Dir ſogar dafür, daß Du mit Deinen Bekenntniſſen ſo lange gezögert haſt. Was allmählig kommt, iſt leichter zu tragen, als was un⸗ vermuthet über uns kommt, während wir uns noch unter dem Einfluß der Selbſttäuſchungen befinden.

Ich kann Dir ſagen— und auch hierin verlange ich, daß Du mir glaubeſt— daß ich mich in dieſem Augenblick nicht unglücklich fühle. Dieß läßt ſich dar⸗ aus erklären, daß ich, wenn ich meinen Blick mit Ent⸗ ſetzen in eine Zukunft werfe, welche uns als eine ge⸗ meinſame Laſt hätte angehören können, Gott dafür danken muß, daß wir auf dem Punkt ſtehen geblieben ſind, wo wir jetzt ſtehen.

Nächſtdem danke ich Gott dafür, daß er mir ein geduldiges Gemüth, einen ruhigen Charakter und eine Vernunft verliehen hat, welche die Schwachheit des Her⸗ zens zu beherrſchen und zu leiten vermag. Ich werde mich