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Binnen sechs Wochen : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwedischen übers. von G. Fink
Entstehung
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„Wenigſtens nicht ſo lange Du Deine Nonnen⸗ miene beibehältſt,“ antwortete der Rektor heiter.

„Es war mir unbekannt, daß meine Miene ſo viel Strenge verräth. Aber Vetter, wenu Du mir nicht beichten willſt, bevor Du eine Miene ſiehſt, welche beſſer mit derjeuigen harmonirt, die Du vor acht Jah⸗ ren ſahſt, ſo werden wir vermuthlich nie mehr unſere Geheimniſſe gegen einander austauſchen.“

Etwas in dieſer Antwort verletzte Edwin zehnmal ſchmerzlicher, als all die Stiche, womit die junge Wittwe ihn gequält hatte.

Er hatte ſich weder keck noch aufdringlich gezeigt: er hatte mit dem Herzen auf den Lippen, mit offener Vertraulichkeit zu einer Jugendfreundin, einer nahen Verwandten geſprochen, und die Antwort war weit käl⸗ ter geweſen, als es nöthig war.

Und nicht einmal ein Viertelswörtchen, um den Eindruck zu mildern.

„Ich beläſtige Dich mit meiner Geſellſchaft. Le⸗ bewohl, beſte Hilda, ich habe ein Geſchäft in der Nähe.“

„Leb wohl, Vetter Edwin.“

Nicht ein Buchſtabe mehr wurde gewechſelt.

Lebhafter dagegen war es innen im Saal, wo die beiden Andern bei der Rahmmilch noch ſcherzten.

„Heda,“ ſagte Victor,„jetzt iſt des Spaſſes genug — mein Fräulein, haben Sie jetzt die Güte, zu wie⸗ derholen, was ich geſtern ſagte, dann wollen wir end⸗ lich auf meine Bemerkung über Edwin und Hilda zurückkommen.“