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ten zu weilen; laß Dich von mir nicht abhalten, wenn Du ausgehen willſt.“
„Es hat keine ſolche Eile.“
Er ſetzte ſich neben ſie.
Einige Augenblicke ſchwiegen beide. Endlich ſagte er;
„Wie ganz anders trifft man ſich nach achtjähriger Trennung!“
Und der theilnehmende, man könnte ſagen, innige Blick, den der junge Mann auf ſeine Couſine heftete, jagte eine milde Röthe auf ihre Wangen.
„Es iſt wahr— man kennt einander nicht mehr und das iſt ganz natürlich. Man kennt ſich ſelbſt kaum nach ſo langer Zeit.“
„Zum Theil haſt Du Unrecht. So wie ich Dich
vor vierzehn Jahren ſah; ſo— nur verſchönt und veredelt in den äußern Formen, wie ich mir vorſtellte, daß Du Dich entwickelt haben mußteſt, ſehe ich Dich noch jetzt. Aber das fröhliche rückhaltloſe Mädchen, das ſeine kleinen Geheimniſſe dem Freund und Spielkameraden mittheilte, hat ſich in ein erfahrenes ſtolzes und würdevolles Weib verwandelt, welches die Theilnahme als etwas Ungehöriges verſchmäht.“
Bei dieſer Andeutung erglühten Hildas Wangen noch höher.
„Ich vermuthe Vetter,“ antwortete ſie,„daß du gewiſſe Verhältniſſe berührt haſt, die...“
„Ach nein. Zwinge Dich nicht, etwas zu ſagen. Ich empfinde ein peinliches Gefühl bei dem Gedanken, daß Du meine Worte als Mangel an Zartgefühl be⸗ urtheilſt.“
„Nein, Edwin, ich verſtehe Dich beſſer. Wir waren einander ſehr lieb in dem glücklichen Alter, wo man einander Alles ſagt; jetzt bin ich überzeugt, daß auch Du mir nicht beichten möchteſt.“
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