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Binnen sechs Wochen : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwedischen übers. von G. Fink
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ten, dann würde ein Freier nicht lange auf ſich war⸗ teu laſſen, ſondern Mann und Hochzeit und Tanz wä⸗ ren gleich bei der Hand.“

„Mann und Hochzeit, nein ich danke... Tanz, das mag ſein, aber nicht mit meinem eigenen Mann. Ich habe Hochzeitsveranſtaltungen genug geſehen, um nicht darauf erpicht zu ſein, das Beiſpiel zu befolgen.“

„Das war allerdings kein Beiſpiel, das Sie befol⸗ gen müſſen, Fräulein, denn aus Fräulein Hildas Hoch⸗ zeit iſt ja nie etwas geworden.

„Es wird wohl auch nie etwas daraus. Aber jetzt ohne allen Spaß— mit den 30000 Reichsthalern iſt es mir vollkommen Ernſt.“

„Hat es Ihnen geträumt, Fräulein, daß Sie in der Lotterie geſpielt haben?“

„Nein, ich habe einen Brief bekommen. Ach liebe alte Cajſa, ich bin nicht ſo leichtſinnig wie es ſcheint, ich habe ein Herz.“

Und jetzt ging die Sonne von Neuem in die Wol⸗ ken. Ein wunderlicher Ernſt legte ſich über das Geſicht des jungen Mädchens.

„Aber mein Herr und Gott, ſo laſſen Sie doch je⸗ denfalls dieſe garſtigen Thränen unterwegs. Sagen Sie mir, was kann das für ein Kummer ſein, der Sie hier betroffen hat!“

„Erinnerſt Du dich nicht, daß ich immer der Lieb⸗ ling der alten Frau Rillſtedt war, die früher in Rö⸗ landa wohnte?“

„Ich erinnere mich wohl noch, daß Sie oft bei ihr waren und daß es der alten Dame nie wohler zu Muth war, als wenn Sie ihr Ihre Liedchen vorſangen und recht auf ihre Schnupftabaksdoſe klopften.“

„Ach ich hatte ſie ſo lieb. Aber als ſie ſpäter zu ihrem Stiefſohn zog, hörten wir niemehr von ihr ſpre⸗ chen, obſchon ich ihr regelmäßig meine Neujahrswünſch⸗ chen ſchrieb.““

„Liebes Fräulein, eilen Sie doch zur Sache.“