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„Ueberlaſſen Sie mich der Vergeſſenheit und ver⸗ folgen Sie mich weder mit Ihrer Artigkeir, noch mit dem Mißvergnügen darüber, daß dieſe Artigkeit ver⸗ ſchmäht worden iſt.“
„Sie zu vergeſſen, ſteht, wenigſtens für den Augen⸗ blick, nicht in meiner Macht; aber Sie zu verfolgen, nachdem Sie mich ſo beſtimmt abgewieſen haben, iſt noch unmöglicher.“
„Ich hatte dieſe Antwort erwartet, und da ich weder einen Bruder noch einen Beſchützer habe, der Ihnen für die mir bewieſene Achtung danken kann, ſo ſtatte ich ſelbſt, frei und herzlich, dieſen Dank ab.“
„Und ich,“ antwortete der Rektor gerührt,„empfehle mich Ihnen, Madame, und bitte Sie um Verzeihung, daß ich, von einer menſchenfreundlichen Abſicht verlei⸗ tet, vielleicht gegen die Ehrerbietung verſtoßen habe, die Ihre Stellung erfordert.“
Nachdem er dieſe Worte ausgeſprochen, verbeugte er ſich tief und achtungsvoll und war bereits an der Schwelle, als Mathilde, auf deren edlem Geſicht eine Miſchung von Zufriedenheit und Mißvergnügen ſich kundthat, auf ihn zutrat und ihn zurückhielt.
„Herr Rektor Wallenberg, ich... d. h. die Um⸗ ſtände... haben Sie vielleicht verletzt... in Zu⸗ kunft...“
Sie hielt inne.
„Ach ich könnte alſo hoffen, daß...“
„Nein, nein, hoffen Sie auf nichts anderes, als auf meine Erkenntlichkeit. Und noch Etwas. Im Fall Sie wirklich Achtung für die arme Wittwe haben, ſo... bewachen Sie ihre Schritte nicht.“
Dieß wurde mit zitternder Stimme und einer bei⸗ nahe noch beredteren Geberde geſagt.
„Seien Sie ruhig, Madame— wer mit ſolcher Benheit zu Werke geht wie ich, kann niemals Spion werden.“


