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Binnen sechs Wochen : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwedischen übers. von G. Fink
Entstehung
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„Nein, ſo pedantiſch bin ich nicht, daß ich die verſchiedenen Verhältniſſe, in welche ſie verſetzt ſein kann, nicht unterſcheiden ſollte.“

„Gleichviel, mein eigenes Gefühl von dem, was recht iſt, gibt hier den Ausſchlag.“

„Sagen Sie lieber, Ihr Abſcheu vor der zudring⸗ lichen Bitte eines Unbekannten.“

Mathilde lächelte ſchwermüthig.

„Glauben Sie mir, Herr Rektor, ich würde auch

einem Bekannten nicht mehr Recht geſtatten, meine

ſelbſtgewählte Einſamkeit zu unterbrechen.“

„Nun wohl, es bleibt noch ein Punkt übrig.

Sie ſagten; vor allen Dingen darum— was iſt der andere Grund?“

„Er beſteht darin, daß ich Sie mit Beſtimmtheit verſichern kann, daß Ihre gute Meinung unbelohnt bleiben wird. Ich habe keinen Wunſch meine Lebens⸗ art zu verändern. Ein unüberwindliches Verlangen nach Fortſetzung derſelben gibt meinen Tagen ihre ein⸗ zige Farbe. Was wollen Sie alſo?“

„Ich will Ihnen beweiſen, daß Sie Unrecht haben. Und wenn Sie mir gütigſt geſtatten wollten, auf Ihren Morgenſpaziergängen unter Gottes freiem Himmelmanch⸗ mal mit Ihnen zuſammenzutreffen, ſo würde es mir endlich gelingen.“

„Das kann ich noch weniger geſtatten.“

„Ich beſitze alſo nicht die geringſte Hoffnung, Sie wieder ſehen zu dürfen?“

„Mein Herr, ich will Ihnen zum Abſchied ein ern⸗

ſtes, aus meinem Herzen kommendes Wort ſagen, und Sie werden es mich nicht vergebens ſagen laſſen.“

„Ach ſprechen Sie, befehlen Sie, ich fühle mich glücklich, Ihnen gehorchen zu dürfen.“

„Es handelt ſich nicht um einen Befehl, ſondern

um eine Bitte.“ „Und dieſe lautet?“

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