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Binnen sechs Wochen : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwedischen übers. von G. Fink
Entstehung
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„Ich beläſtige Sie, Madame, und ich werde den Platz einem beneidenswertheren Sterblichen überlaſſen. Jetzt bleibt mir nur noch übrig, Sie gehorſamſt um Verzeihung meines Schrittes zu bitten und hinzuzufü⸗ gen... aber es iſt wahr, ich würde mir Ihren Zorn nur noch mehr zuziehen, wenn ich das Mindeſte hinzu⸗ fügte.“

Mathilde war bei Victors Anſpielung auf den Platz, den er bei ſeinem Weggang offen laſſen würde, leicht erblaßt, und er hatte kaum ausgeſprochen, als ſie mit einer Art von ſcheuer Heftigkeit ſagte:

„Mein Herr, Sie begehrten ſo eben zehn Minuten,

um von etwas Anderem, als dem Auftrag Ihres Bru⸗ ders zu ſprechen; ich bewillige Ihnen dieſe zehn Mi⸗ nuten für Ihren Zuſatz.“

„Oh, ich danke Ihnen tauſendmal.“

Victor, der die ganze Zeit ſtehen geblieben war, nahm jetzt Platz, jedoch in ſo großem Abſtand von der Wittwe, daß ſelbſt das heikelſte Auge nichts dagegen zu bemerken gefunden hätte.

Und im Uebrigen verrieth ſeine ganze Haltung, ſein ganzes Ausſehen weit eher einen Mann, der einen Dienſt zu erweiſen wünſcht, als einen Mann, der dar⸗ auf ausgeht, für ſich ſelbſt einen Erfolg zu gewinnen.

„Ich warte, mein Herr!“

Die ſchöne Mathilde ſah ziemlich intereſſant aus.

„Was ich hinzuzufügen beabſichtigte, Madame, iſt das. Sie leiden, Sie ſind unglücklich. Sie ſind allein und Sie wollen es ſein. Nun wohl, ich habe mir vorgenommen, mit oder ohne Ihren Willen Ihnen zu Hilfe zu kommen. Der Menſch iſt ſelten mit ſeinem Schmerz ſo einverleibt, daß er nicht in gewiſſen Au⸗ genblicken für andere Eindrücke zugänglich ſein, ſich

zerſtreuen laſſen kann. Sie haben jetzt einen ſolchen

Augenblick. Sie wundern ſich über meine Keckheit, mich in Ihr Leben einzumiſchen. Sie haben Unrecht

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