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Binnen sechs Wochen : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwedischen übers. von G. Fink
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Mathilde ſchien die Störung nicht zu beachten.

„Wenn ich nur eine einzige halbe Stunde weine, ſo bin ich ganz verloren und ſehe aus, daß es ein Spektakel iſt; aber Sie, Madame, können den ganzen Tag weinen und dennoch immer gleich ſchön ſein.“

„Sophie,“ ſagte die junge Dame mit einem Ton, der die Schmeichelei zurückwies,„ich glaubte, Du wür⸗ deſt Dich beſſer an das erinnern, was ich Dir geſagt habe.“

„Ach mein Gott, Madame, ich weiß wohl, daß Sie von einem ſo unbedeutenden Geſchöpf, wie ich für eines angeſehen werde, kein wahres Wort anhören wol⸗ len, und es wäre auch keine beſondere Freude in dieſer einſamen Wildniß da noch ſo gut auszuſehen, wenn ſie jetzt nicht weniger einſam wäre, als zur Zeit, da wir hieher kamen.“

„Was meinſt Du damit?“

„Nichts anderes, als daß es hier wenigſtens auch Menſchen gibt.“

„Das hat es doch wohl immer gegeben.“

„Ja freilich, aber nur von einer gewiſſen Sorte.“

„Nun weiter?“

„Ei jetzt iſt eine neue Sorte gekommen. Ich traf geſtern früh einen jungen Herrn, der ſo ſchön war, o ſo ſchön, daß er ganz einem Zuckerengel glich— Madame haben gewiß ſchon ſolche Engel geſehen, die man auf Weihnachten in den Conditoreien auszuſtellen pflegt.“

„Iſt er blond?“ fragte die junge Wittwe, und ein leichter Roſenſchimmer breitete ſich über ihre blaſſen Wangen.

„Nein er iſt dunkel wie ein Italiener und Augen bat er im Kopf, Sie können gar nicht glauben, was für Augen.“

„Ich weiß nicht, warum Du mich mit ſolchem dum⸗