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Binnen sechs Wochen : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwedischen übers. von G. Fink
Entstehung
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Sehnens, das beſtändig auf ihrem Geſicht weilte, verlieh demſelben ein erhöhtes Intereſſe.

Man konnte dieſes ſeelenvolle Geſicht nicht ſehen, ohne zu wünſchen, daß dieſes wehmüthige Sehnen es verlaſſen möchte.

Mathilde war mit keiner weiblichen Arbeit beſchäf⸗ tigt, die ſie zerſtreuen konnte. Ihre eine Hand ſpielte mechaniſch mit den Armquaſten des Stuhles. Die an⸗ dere umſchloß ein altes mit wunderlichen Figuren eiſe⸗ lirtes Goldherz, deſſen oberer Theil das Schloß des untern bildete.

Vielleicht war es dieſes Metallherz, welches die Sage mit dem famoſen Namen Mannes herz be⸗ ehrt hat.

Aber wie ſehr oder wie wenig ſich Mathilde ge⸗ grämt hatte oder noch grämte, ſo ſchien doch dieſes Herz für ſie eine Koſtbarkeit von hohem Werthe zu ſein, denn ſie führte es alle Augenblicke mit beinahe leidenſchaftlicher Heftigkeit an ihre Lippen, und bald fielen ihre Thränen auf ſeine verdunkelten Blumen und Blätter.

Aber nicht genug damit, daß dieſer Beweis von Zärtlichkeit dem äußern Kleinod gewidmet wurde: nach einigen Minuten öffnete ſie das Herz und nahm eine helle Haarlocke heraus, die ohne Zweifel ihre zugleich allerbitterſte und allertheuerſte Erinnerung in ſich ſchloß, denn jetzt verwandelten ſich die Thränen der jungen Frau in ein Geſchluchze, das nicht inne hielt, Jis die Thüre vom äußern Zimmer ſich leiſe öffnete, worauf die Haarlocke blitzſchnell in ihren Sarkophag einge⸗ paßt und das Herz ſelbſt in ein ſilbernes Käſtchen ge⸗ legt wurde.

Es war Manmſell Sophie, deren Ankunft die Ein⸗ ſamkeit ihrer Gebieterin ſtörte.

„Mein Gott, wie ſonderbar iſt das, daß Sie es aushalten können ſo entſetzlich lange zu weinen!“

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