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Binnen sechs Wochen : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwedischen übers. von G. Fink
Entstehung
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15⁵

Er verlobte ſich ein Jahr darauf mit einer An⸗ dern und iſt wahrſcheinlich ſchon lange verheirathet.

Welch ein elender Kerl, der ein ſo herrliches Weib vergeſſen konnte! murmelte Victor.

Du ſprichſt, wie wenn Du ſie geſehen hätteſt, forſchte die Mutter.Haſt Du das?

Juſt heute Mittag.

Sah ſie auch Dich?

Nein, ſie ſah keinen von uns. Edwin und ich waren beiſamen; aber Edwin, der ein Sonntagskind mit allen möglichen Vortheilen iſt, hat ſie auch in der Kirche geſehen!

Ja das iſt wahr: wir ſaßen ihr gegenüber und ſie ſchlug zweimal ihre Augen gegen ihn auf.

Vermuthlich ein bloßer Zufall, meinte Victor, indem er, nicht ohne einen unbewußten Verdruß zu ver⸗ rathen, das Zimmer verließ.

Victor ſieht Dich bereits etwas ſauer an. Hütet Euch vor Nebenbuhlerſchaft, meine Kinder; ſo etwas erzeugt böſe Folgen.

Ach nein, Mamma, bei unſerer friedfertigen Gemüthsart nicht... aber welchem von uns beiden würden Sie Ihre beſten Wünſche widmen wollen?

Keinem.

Wie ſo 22

Wenn Ihr beide dieſelbe Sache wünſchtet, die Ihr nicht beide bekommen könntet, ſo würde ich wün⸗ ſchen, daß Ihr beide nachgeben müſſet. Ich könnte es nicht übers Herz bringen, den Einen um des Andern willen leiden zu ſehen.

Sie urtheilen, wie eine gute Mutter urtheilen muß. Ich glaube übrigens, daß wir Sie nicht zu ſehr mit der Wahl quälen werden.