heirathen, einen Geſchäftsmann, der freilich in jeder Provinz einen Hof beſaß, daß ſie aber an dem Tage, wo man ſie zum Altar führte, beinahe den Verſtand verlor.“
„Aha,“ ſagte Victor, indem er einen bedeutungs⸗ vollen Blick mit dem Bruder wechſelte,„ſie hat alſo auch die romantiſche Eigenſchaft als Opfer dazuſtehen — wenn es nur nicht herauskommt, daß es ihr Lieb⸗ haber iſt, den ſie beweint, und nicht ihr Mann.“
„Nein, nein,“ eiferte die Mutter,„Ihr Kummer gilt wirklich den Mann.“
„Iſt das gewiß?“
„Vollkommen. Sie waren vier Jahre verheirathet; in den erſten zwei Jahren verhielten ſie ſich ſo kalt gegen einander, daß Jedermann ſich wunderte, wie ſie es auf dieſe Art aushalten konnten; aber im dritten Jahr ging, ohne daß Jemand die Veranlaſſung er⸗ fahren konnte, eine große Veränderung vor. Die Frau war wie umgewandelt, ebenſo der Herr; Zärtlichkeit und Frenndſchaft ſtellten ſich ein, und dieſes Verhält⸗ niß währte bis zu ſeinem Tod.
„Und dann?“ fragte Victor.
„Dann hat ſie ſich— Alles nach derſelben Ge⸗ währsmännin— aus Schmerz über ſeinen Verluſt bei⸗ nahe eine ſchwere Krankheit zugezogen, und um den unnützen Troſtgründen ihrer Arbunde zu entfliehen, iſt ſie hieher in dieſe Art von Verſteck gezogen, wo ſie noch kein ehrlicher Mann geſehen hätte, wenn nicht Ihr, meine Kinder, zufällig nach Hauſe gekommen wäret.“
„Ja, aber was hilft es ſie zu ſehen,“ wandte Edwin ein,„wenn ſie ſo eigenſinnig auf ihrem Schmerze verharrt? Es ſind jetzt gewiß 8 oder 9 Monate, daß ſie Wittwe geworden iſt.“
„Ein Jahr darf ſie doch wohl trauern.“ „Aber dieſer Liebhaber?“
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