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Dieſem langen Geſange zuzuhören, war keine geringe Auf⸗ gabe für die beiden Mädchen, welche zu fürchten begannen, daß der Morgen anbrechen und ihre Maskenanzüge noch un⸗ vollendet erblicken würde. Aber gleichwohl— welche ange⸗ nehme Abhaltung! Noch lange, nachdem ſowohl die Stimme, als die Guitarre verklungen war, ſtanden die beiden Mädchen lauſchend am Fenſter und wünſchten mehr zu hören. Aber draußen herrſchte nun tiefes nächtliches Schweigen; ohne ein Wort zu ſagen, begaben ſich daher Beide wieder an ihre Ar⸗ beit. Nach einiger Zeit gewahrte Julie, daß Emma weinte; theilnehmiend fragte ſie nach der Urſache ihrer Thränen, aber Emma ſchwieg und ſank ſeufzend an ihre Bruſt. Julie wie⸗ derholte ihre Frage.—„Wunderſt Du Dich,“— ſprach darauf Emma—„daß meine Gefühle aufgeregt werden, wenn ich ſeine Stimme höre?⸗—„Seine Stimme, kleine Närrin? Siehſt Du denn nicht ein, daß es unmöglich Eduard geweſen ſein kann? Graf Eduard ſollte in Ber ſein, ohne daß ein Menſch ein Wort davon wüßte? Wie ſollte er wa⸗ gen, ſo zeitig dicder zu ſeinen Eltern zu kommen?“—
„Ich ſehe wohl ein, daß Du recht haſt, und dennoch— — welche Täuſchung, welche ſchöne glückliche Tünſchnnge—
„Sieh, Emma,“ ſprah Julie gütig—„Du warn⸗ teſt mich früher, mein Herg an Den zu hängen, der nie mein Gatte werden kann, und Du ſelbſt“— bei dieſen Worten ſah ſie ihre Freundin mit einem langen fragenden Blick an.
„Ach,“— erwiederte Emma—„ich ſprach aus Erfah⸗ rung, ich wollte Dich abhalten, eben ſo unglücklich zu werden, wie ich es bin.“—
„Es iſt nicht meine Abſicht, Dir dieß vorzuwerfen, ich wollte Dir blos zeigen, daß unſer Herz ſtärker iſt, als unſer Verſtand“— fuhr Julie fort.—„Du kannſt Eduard H nicht vergeſſen und ich kann Richard P* nicht vergeſſen, und das iſt ſehr natürlich, wenn man ſich einmal mit ganzer Seele
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