Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

147

ebenfalls feſt und innig an das heitere, lebhafte und witzige Mädchen anſchloß.

In der Rosman'ſchen Familie war nichts als Freude. Der Großhändler Sres war angekommen und beabſichtigte bis acht Tage nach ſeiner Hochzeit zu bleiben. Emilie war im dritten Himmel; der Comminiſter war nämlich zum Pfarrer einer Landesgemeinde weit von Ber ernannt und ihr geliebter Magiſter Ar von der Herrſchaft und der Gemeinde einſtim⸗ mig zu ſeinem Nachfolger gewählt worden. Er war jetzt in Upſala, um das Paſtoratsexamen zu machen, wurde jedoch bis zu Guſtava's Hochzeit zurückerwartet. Vor ſeiner Abreiſe hatte er Emilien ſeine Liebe mit Worten geſtanden und von ihren Eltern ihr Jawort erbeten und erhalten. Zugleich mit Guſtava's Hochzeit ſollte ſeine Verlobung mit Emilie gefeiert werden; die glücklichen Liebenden brauchten ſich nun nicht mehr auf die bloße Augenſprache zu beſchränken.

Kaum hatten Emma und Iulie ihre Einladungskarten aus der Pfarre erhalten und hielten noch Rath zuſammen, wie ſie ſich zu dieſem Tage kleiden wollten, als der Bergwerksbe⸗ ſitzer Crn, der drei Meilen von B“** entfernt wohnte, in den Hof fuhr. Er beabſichtigte die Familie des Inſpectors nebſt ihrem Beſuche für den nächſten Sonnabend einzuladen, um den vierzehnten Geburtstag ſeiner einzigen Tochter Amanda mit ihm zu feiern. Zugleich bat er aber auch ſeine Gäſte, daß ſie maskirt kommen möchten, weil er ſeine Tochter, welche von ei⸗ nem Maskenballe noch keine Idee hatte, mit einem ſolchen über⸗ raſchen wollte.

Alle verſprachen zu kommen; nachdem aber Crr wieder fortgefahren war, theilten ſich die Meinungen. Frau Hilbert erklärte, daß ſie nicht die mindeſte Neigung fühlte, ſich zu maskiren, und daß ſie deßhalb— da ihre Schwägerin an dem Feſte Theil nähme— dieſer ihre Emma übergeben, für ihre eigne Perſon aber daheim beim Webſtuhle bleiben wolle. 10*