144
„Vorſehung mit ſeinem einſtigen Jugendfreunde zuſammen⸗ „geführt habe.“—
Wie ſehnlich wünſchte nun Emma mit der Familie Les in Strömſtad zu ſein, nur um das Glück zu genießen, Ke oft von Eduard ſprechen zu hören.
So verging die Zeit bis zur Mitte des Anguſtmonats. Emma ſaß eines Abends mit der Tante unter den großen Ahornbäumen auf dem Hofe. Da hielt plötzlich ein Landauer vor der Thüre des Inſpectors. Zwei Damen und zwei Her⸗ ren ſaßen im Wagen, ein Bedienter in adliger Livree öffnete die Thür; die Herren ſtiegen aus; der eine von ihnen, lan⸗ ger und ſchlanker Figur, half den Damen aus dem Wagen und ehe ihnen Emma den halben Weg entgegengegangen war, lag ſie in den Armen ihrer Couſine— es war die Familie Ler.
Welches Zuſammentreffen, welches frohe Wiederſehen, welche angenehme Ueberraſchung! Jetzt kam auch der Onkel herbei, um ſeinen Theil von Emma's Liebkoſungen zu erhal⸗ ten. Eine Umarmung und eine freudige Ausrufung folgte der andern.
„Wir kommen,“— ſprach endlich die Hofgerichtsräthin —„um drei Wochen bei Euch zuzubringen. Biſt Du damit zufrieden, Emma?“—
Emma vermochte vor Freude kaum zu antworten. Drei ſolche glückliche Wochen waren mehr, als ſie je zu hoffen ge⸗ wagt hatte. Unterdeſſen kamen auch ihr Vater und ihre Mut⸗
ter herbei, nicht weniger entzückt, ihre lieben Verwandten zu
ſehen und ſo lange Zeit bei ſich zu behalten. Zwar wun⸗ derten ſie ſich, daß kein Brief die Ankunft ſolcher theuern Gäſte im Voraus verkündet hatte; allein man erwiederte ihnen, daß man abſichtlich geſchwiegen habe, um ſie zu über⸗
raſchen. ſchien gar nicht mehr daſſelbe Mädchen zu ſein; und Emma
Emma konnte Julien gar nicht genug betrachten. Sie


